Reich Gottes - Bibelverstehen

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Das Reich Gottes

(Jesus:) „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ (Joh 18,36) besagt, dass das Reich Gottes nicht von dieser Welt ist, an ihm demnach auch nichts weltliches haftet, sondern dass es sich hierbei um das Reich der Wahrheit und des Lebens im Innersten des Herzens  des Menschen handelt. „Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch“ (Lk 17,20-21).
„Von der Zeit an wird das Reich Gottes durchs Evangelium gepredigt, und jedermann dringt mit Gewalt hinein“ (Lk 16,16); „das Himmelreich leidet Gewalt, und die Gewalt tun, die reißen es an sich“ (Mt 11,12) heißt, wer die Lehre Jesu durch den lebendigen Glauben und damit durch die werktätige Liebe annimmt, hat das Gericht und den Tod überwunden und wird das ewige Leben haben (Joh 12,25; Mt 16,25; Lk 9,24; Lk 17,33; Mk 8,35), denn die freiwillige Befolgung des erkannten Willen Gottes macht den Himmel im Herzen des Menschen aus, der der Sitz des göttlichen Geistes ist  (1.Kor 3,16).

Gott ist in Jesus Christus nicht auf die Welt gekommen, um Sich zu einem Weltfürsten machen zu lassen und ein weltliches Reich zu gründen (Joh 18,36), sondern um das geistige Gottesreich allen Menschen mit einem guten Willen zu bringen (1.Thess 2,12; 1.Joh 2,15-17), und das Reich des Satans zu vernichten, der der Herrscher der Welt (Eph 6,12; Joh 12,31), und der Tod auf Erden (Rö 6,23; Rö 8,5-8) ist.

Die Lehre Jesu ist das Reich Gottes und jedem, und wer danach lebt, dem wird das ewige Leben gegeben, denn die vollkommene Befolgung des erkannten Willens Gottes ist das wahre Reich Gottes in einem jeden.

„Nachdem aber Johannes überantwortet war, kam Jesus nach Galiläa und predigte das Evangelium vom Reich Gottes und sprach: Die Zeit ist erfüllet, und das Reich Gottes ist herbeigekommen. Tut Buße und glaubt an das Evangelium!“ (Mk 1, 14-15)
„Wann kommt das Reich Gottes? antwortete er ihnen und sprach: Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“ (Lk 17, 20-21)

Die Befolgung des erkannten Willens Gottes in den uns gegebenen Geboten ist jedoch nicht so leicht, wie man sich das im allgemeinen vorstellt, denn die nach einem weltlichen Leben ausgerichteten Menschen wehren sich sehr dagegen und verfolgen und verhöhnen diejenigen, die ein gläubiges und gottgefälliges Leben führen möchten.

„So euch die Welt hasst, so wisset, dass sie mich vor euch gehasst hat. Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählt, darum hasst euch die Welt.“ (Joh 15,18-19)

Darum muss derjenige, der sich das Reich Gottes völlig aneignen will, vor ihnen keine Furcht haben, denn wer Gott mehr fürchtet als die Menschen und trotz der Verfolgung, die ihm die Menschen antun können, den erkannten Willen Gottes tut, der ist es, der das Reich Gottes mit Gewalt an sich reißt; und wer das tut, der wird es auch bestimmt erhalten (Apg 14,22; Lk 16,16.

Mit Gewalt in das Reich Gottes eindringen bedeutet, dass der Mensch sich
- in allen Dingen der Welt möglichst tief selbst verleugne (1.Joh 2,15)
- allen seinen Beleidigern von Herzen verzeihe (Mk 11,26)
- auf niemanden einen Groll oder Zorn habe (Mt 6,12)
- für die bete und segne, die ihm fluchen (Mt 5,44)
- denen Gutes erweise, die ihm Übles antun (Lk 6,27-28)
- sich über niemanden erhebe (1.Petr 5,5; Jk 4,6)
- die dann und wann über ihn kommenden Versuchungen geduldig ertrage (Mk 14,38)
- sich enthalte von allem, was ihn verunreinigt, wie
  - unmäßiges Essen und Trinken (Rö 14,17),
  - Hurerei und Ehebruch (Eph 5,5; 1.Kor 6,9-10),
  - Abgötterei, Zorn, Hass, Streit u.ä.m. (Gal 5,19-21)
Wer sich in diesen Dingen selbst verleugnet, der tut dem Reich Gottes Gewalt an und reißt es mit Gewalt an sich.

Wer Gott erkennt, Ihn über alles achtet und liebt und seinen Nächsten wie sich selbst, aber dabei auch die Welt achtet und fürchtet und sich nicht getraut, Seinen Namen offen zu bekennen, weil das irgendeinen weltlichen Nachteil bringen könnte, der tut dem Reich Gottes keine Gewalt an und wird es so auf dieser Welt auch nicht völlig erhalten und dann jenseits noch manche Kämpfe bis zu seiner Vollendung zu bestehen haben. „Niemand kann zwei Herren dienen: entweder er wird den einen hassen und den andern lieben, oder er wird dem einen anhangen und den andern verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Mt 6,24; Lk 16,13)

Wer an Jesus glaubt, der muss auch nach Seiner Lehre leben, ansonsten er Seiner nicht wert ist, und bei der Ausbildung seines inneren Lebens von Ihm auch keine Hilfe erhalten wird (1.Sam 2,30; Off 3,16).

Gott - als die Liebe selbst - ist das Leben der Seele durch Seinen Geist in ihr. Wer demnach Gott über alles liebt und aus diesem Grund Seinen Willen tut, dessen Seele ist erfüllt mit Seinem Geist, der ihn zur geistigen Vollendung und damit dem ewigen Leben der Seele führt (Eph 3,17; Joh 14,23).

Wer an Jesus glaubt, gleichzeitig aber die Welt fürchtet und Ihn nur heimlich und im Verborgenen annimmt, ist kein rechter Bekenner und Nachfolger Jesu, hat demnach noch nicht die wahre und ganz lebensvolle Liebe zu Gott und wird somit nicht in sich die Fülle des Reiches Gottes überkommen; denn die Fülle des Reiches Gottes besteht ja in der höchsten Liebe zu Gott, und diese hat keine Furcht oder Scheu vor der Welt (1.Joh 5,4).

Wer Jesus vor der Welt bekennt, also jederzeit zu seinem Glauben steht, den wird auch Er bekennen vor dem Vater im Himmel; wer Ihn aber nicht auch vor der Welt bekennt, den wird auch Er nicht bekennen vor dem Vater im Himmel (Mt 10,32-33; Lk 12,8-9; Lk 9,26).

Das wahre und ewige Leben der Seele des Menschen besteht in der lebendigen Liebe zu Gott, was sich in der Ausübung Seines Willens kund gibt (Jak 2,17; Jak 2,22). Wer so lebt und handelt, hat das Reich Gottes, den Himmel in sich, denn die freiwillige Befolgung des erkannten Willens Gottes macht den Himmel im Herzen des Menschen aus, welches der Wohnsitz des göttlichen Geistes ist. Die Tür zu diesem heiligen Wohnsitz ist das Halten der Gebote, die ausgeübte Nächstenliebe, über die der Zugang zur Gottesliebe möglich wird. „Es werden nicht alle, die zu mir sagen: Herr! Herr! ins Himmelreich kommen, sondern die den Willen tun meines Vaters im Himmel.“ (Mt 7,21) „Aber von den Tagen Johannes des Täufers bis hierher leidet das Himmelreich Gewalt, und die Gewalt tun, die reißen es an sich.“ (Mt 11,12)

Wie steht es aber nun mit dem Reich Gottes, dem Himmelreich beim Großteil der Menschheit in der gegenwärtigen Zeit?
Hierzu können wir das Gleichnis vom Sämann im Evangelium (Mk, Kap 4) betrachten, der da guten Samen ausstreute, von dem ein Teil auf den Weg, ein Teil ins Gebüsch, ein Teil auf Steinboden und nur ein Teil auf gutes Erdreich fiel. Gottes Botschaft wird ausgesät und erläutert. Doch die Bedürfnisse der Menschheit in der gegenwärtigen Zeit sind gleich geworden dem Wege, auf den der Same fällt, oder anders ausgedrückt: sie sind rein weltlich geworden. Daher macht das Wort bei ihnen gerade einen solchen Eindruck, als würfe man Erbsen an die Wand, wo sie nicht hängen bleiben und noch weniger Wurzeln schlagen. „Und es begab sich, indem er säte, fiel etliches an den Weg; da kamen die Vögel unter dem Himmel und fraßen's auf. Etliches fiel in das Steinige, wo es nicht viel Erde hatte; und ging bald auf, darum dass es nicht tiefe Erde hatte. Da nun die Sonne aufging, verwelkte es, und dieweil es nicht Wurzel hatte verdorrte es.“ (Mk 4,4-6)
„Diese sind's aber, die an dem Wege sind: Wo das Wort gesät wird und sie es gehört haben, so kommt alsbald der Satan und nimmt weg das Wort, das in ihr Herz gesät war. Also auch die sind's, bei welchen aufs Steinige gesät ist:wenn sie das Wort gehört haben, nehmen sie es alsbald mit Freuden auf, und haben keine Wurzel in sich, sondern sind wetterwendisch; wenn sich Trübsal oder Verfolgung um des Wortes willen erhebt, so ärgern sie sich alsbald.“ (Mk 4,15-17)

Selbst wenn Jesus alle Engel des Himmels herab senden und von ihnen überall Sein Wort verkünden lassen würde, so würden es vielleicht viele Menschen anhören und zunächst auch annehmen, doch alsbald wieder anfangen, so ein Wunder gleichgültig zu betrachten und ihren Weltgeschäften nachrennen wie zuvor. Das sind die ‚modernen‘ Menschen des Industriezeitalters und deren nicht mehr zu sättigenden Bedürfnisse. Sie gleichen dem Gebüsch und den Dornen.  „Und etliches fiel unter die Dornen; und die Dornen wuchsen empor und erstickten's, und es brachte keine Frucht.“ (Mk 4,7)  „Und diese sind's, bei welchen unter die Dornen gesät ist: die das Wort hören, und die Sorgen dieser Welt und der betrügerische Reichtum und viele andere Lüste gehen hinein und ersticken das Wort, und es bleibt ohne Frucht.“ (Mk 4,18-20).

Was nutzt einem ein recht gläubiges Anhören des Gotteswortes, wenn es aber auf das Handeln ankommt, dieses nur insoweit ausgeübt wird wie es keiner Selbstverleugnung und Aufopferung bedarf, man lieber erst einmal den Vergnügungen der Welt nachgehen will und der Meinung ist, den Weg der Nachfolge Jesu könne man ja auch noch später gehen, außerdem seien alle persönlichen Sünden durch Seinen Kreuzestod sowieso verziehen und so reiche es für den Rest seines weiterhin Sündigens ein Bereuen auch noch auf dem Totenbett aus, um in das Himmelreich zu gelangen. Da haben wir aber auch schon den steinigen und sandigen Grund. Dieser nimmt wohl den Samen an, der auch bis zur Hälfte aufgeht, aber der Boden hat zu wenig oder gar keine Feuchtigkeit, sodass am Ende noch das Aufgegangene zugrunde geht! Und so hält sich der alleinige Glaube nicht, wenn er nicht in die Tat umgesetzt wird, genauso wenig wie aufgrund einer puren Theorie ohne tatsächliche Übung und Anwendung derselben darin keine Fertigkeit erlangt werden kann. „Und wer diese meine Rede [Lehre] hört und tut sie nicht, der ist einem törichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute.“ (Mt 7,26)

„Seid aber Täter des Worts und nicht Hörer allein, wodurch ihr euch selbst betrügt. Denn so jemand ist ein Hörer des Worts und nicht ein Täter, der ist gleich einem Mann, der sein leiblich Angesicht im Spiegel beschaut. Denn nachdem er sich beschaut hat, geht er davon und vergisst von Stund an, wie er gestaltet war. Wer aber durchschaut in das vollkommene Gesetz der Freiheit und darin beharrt und ist nicht ein vergesslicher Hörer, sondern ein Täter, der wird selig sein in seiner Tat.“ (Jak 1,22-25)





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