Kreuz tragen - Bibelverstehen - Bibelverstehen

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Kreuz tragen

„Da sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst
und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir.
Denn wer sein Lebenerhalten will, der wird's verlieren;
wer aber sein Leben verliert um meinetwillen, der wird's finden.
Was hülfe es dem Menschen, so er die ganze Welt gewönne
und nähme Schaden an seiner Seele?
Oder was kann der Mensch geben,
damit er seine Seele wieder löse?“

Matthäus 16,24-26


Jesus zeigt uns mit Seiner Lehre wie wir zur wahren Lebensvollendung und Freiheit gelangen können, ist uns als Beispiel vorausgegangen. Er predigte Demut, Liebe und Vergebung. Und dabei sagte Er: „Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen sei, Frieden zu senden auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu senden, sondern das Schwert“ (Mt 10,34), und: „Meinet ihr, dass ich hergekommen bin, Frieden zu bringen auf Erden? Ich sage: Nein, sondern Zwietracht“ (Lk 12,51).

Auf den ersten Blick könnte man nun meinen, dass dies nun ganz und gar Seiner Liebelehre widersprechen würde. Doch Jesus hat damit nicht gemeint, unsere Brüder und Schwestern mit Hass und Gewalt zu verfolgen, sondern gegen uns selbst zu kämpfen, nämlich gegen unsere schlechten Eigenschaften und Angewohnheiten, denn „fleischlich gesinnt sein ist wie eine Feindschaft wider Gott“ (Rö 8,7) und da man nicht der Welt und Gott, also zwei Herren gleichzeitig, dienen kann (Mt 6,24; Lk 16,13), ist dieser Kampf gegen die Versuchungen der weltlichen Sinnenfreuden notwendig. Das „Eingehen in das Reich Gottes leidet Gewalt“, und diejenigen, die es nicht mit Kampf, d.h. mit Gewalt an sich reißen, können es nicht einnehmen (Mt 11,12).

Jesus ruft uns zu: „Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34), und weist darauf hin: „Wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert“ (Mt 10,38). Dies besagt, dass wir nur dann ein ständiges Bleiben im Reich Gottes und damit bei/in Ihm finden werden, wenn wir unser Leben werktätig nach Seiner Lehre ausrichten (Jak 2,14,17,20), „denn dazu seid ihr berufen; sintemal auch Christus gelitten hat für uns und uns ein Vorbild gelassen, dass ihr sollt nachfolgen seinen Fußstapfen“ (1.Petr 2,21). Nur wer sich selbst verleugnet in allen weltlichen Sinnenreizen, wer konsequent die Nächstenliebe wie Jesus sie uns gelehrt hat, ausübt, ist ein wahrer Jünger Jesu (Lk 14,27). Hierzu ist ein tägliches Prüfen notwendig, ob alle Handlungen im Einklang mit Seiner Lehre stehen wie auch ein tägliches Selbstverleugnen in allen weltlichen und egoistischen Bestrebungen, allen Zerstreuungen, die nicht zu Gott, sondern von Ihm wegführen (Lk 9,23). „Welche aber Christo angehören, die kreuzigen ihr Fleisch samt den Lüsten und Begierden“ (Gal 5,24).

Jesus nachzufolgen heißt, das Kreuz der Selbstverleugnung in all den Dingen auf sich zu nehmen, was die Welt an Vergnügungen und Ablenkungen zu bieten hat, und deren Angebot ist in unserer heutigen Spaß- und Amüsiergesellschaft reichhaltig und übergroß. Überall locken die Versuchungen, für jeden Bedarf ist etwas dabei. Doch Paulus mahnt in Gal 6,7ff: „Irrt euch nicht! Gott lässt sich nicht spotten. Denn was der Mensch sät, das wird er ernten. Wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten. Lasset uns aber Gutes tun und nicht müde werden; denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten ohne Aufhören. Als wir denn nun Zeit haben, so lasset uns Gutes tun an jedermann“. Wer es schafft, sein Streben nach dem Befriedigen seiner Ich-bezogenen Wünsche geringer zu achten als seinen Dienst am Nächsten, wer Gott und das Beschreiten des geistigen Weges der Welt vorzieht, „wird das Gesetz Christi erfüllen“ (Gal 6,1-2). Anstatt Freizeitvergnügungen nachzugehen, sich mit Gottes Wort beschäftigen, anstatt im tosenden Gelärm irgendwelcher Festgelage eine kurze Befriedigung seiner Sinnenlust zu suchen, sich in der Stille mit Gott verbinden, bringt wahre und dauerhafte Erquickung und Ruhe für die Seelen (Jer 31,25; Mt 11,28-30). Wer Jesus höher als alles andere achtet, seinem Nächsten mit Freuden dient, wird die Gültigkeit der Worte Jesus „mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mt 11,30) an sich selbst erfahren dürfen. Denn dann regiert nicht mehr die Gier nach irgendeiner weltlichen Sinnenbefriedigung, sondern die Liebe Gottes und das Wirken des Heiligen Geistes breitet sich im Herzen aus, was zu einem tiefen inneren Frieden führt (Joh 14,27; 2.Petr 1,2). (S.a. Gottesferne - Gottesnähe).

Wer sein Leben nach der Welt ausrichtet, sich von ihren Reizen gefangen nehmen lässt, wird früher oder später die Folgen seines unrechten Lebenswandels tragen müssen, „denn ein jeglicher wird seine Last tragen“ (Gal 6,5), und „wo ihr nach dem Fleisch [der Welt] lebet, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist [gotterfülltes Leben] des Fleisches Geschäfte [Begierden] tötet, so werdet ihr leben“ (Rö 8,13), denn „wer auf sein Fleisch sät, der wird von dem Fleisch das Verderben ernten; wer aber auf den Geist sät, der wird von dem Geist das ewige Leben ernten“ (Gal 6,8), und „wer Unrecht tut, der wird empfangen, was er unrecht getan hat; und gilt kein Ansehen der Person [es gibt keine Ausnahme]“ (Kol 3,25).
Nur wer seine weltlichen Begierden an das Kreuz nagelt, den Versuchungen der Welt ernsthaft widerstrebt, dem ist „Gott getreu, der euch nicht lässt versuchen über euer Vermögen, sondern macht, dass die Versuchung so ein Ende gewinne, dass ihr's könnet ertragen“ (1.Kor 10,13), denn „der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu erlösen, die Ungerechten aber zu behalten zum Tage des Gerichts, sie zu peinigen, allermeist aber die, so da wandeln nach dem Fleisch in der unreinen Lust, und die Herrschaft verachten, frech, eigensinnig, nicht erzittern, die Majestäten zu lästern“ (2.Petr 2,9-11).
Wer sich vom weltlichen Tun und Treiben abwendet, offen zu seinem Glauben und seiner Liebe zu Jesus steht, wird oftmals verhöhnt und ausgelacht, ist Angriffen ausgesetzt. Ein wahrhaftiger Nachfolger Jesu trägt aber auch geduldig dieses Kreuz, denn „wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb; weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich habe euch von der Welt erwählt, darum hasst euch die Welt“ (Joh 15,19). „Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden. Denn also haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind“ (Mt 5,12). Trost spendet auch Lukas in 6,22: „ Selig seid ihr, so euch die Menschen hassen und euch absondern, und schelten euch und verwerfen euren Namen als einen bösen um des Menschensohns willen“, und Petrus schreibt in seinem 1. Brief 3,14: „ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht“. „Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche leidet? Aber wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduldet, das ist Gnade bei Gott“ (1.Petr 2,20). „Selig sind, die um Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das Himmelreich ist ihr“ (Mt 5,10).

Das zu tragende Kreuz besteht aber nicht nur allein in Entsagung und Kampf wider die Welt. Es kommt auch in Krankheiten oder Schicksalsschlägen, die einen jeden irgendwann und irgendwie in seinem Leben ereilen, so dass Leid zu den Lebensbürden gehört, die wir notwendigerweise zu tragen haben. Leid wirft den Menschen auf sich selbst zurück, regt zum Nachdenken und Suchen nach dem Sinn des Lebens an, einem Prüfen, inwieweit dem Willen Gottes bislang nachgekommen wurde. Es soll dazu dienen, uns mehr und mehr dem geistigen und göttlichen Leben anzunähern, uns mit ihm zu verbinden. „Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen als dem treuen Schöpfer in guten Werken“ (1.Petr 4,19). Selbst in schweren Schicksalsschlägen liegt ein Sinn, den es zu erkennen und auf Gott vertrauend anzunehmen gilt, weiß Er doch am allerbesten was uns Not tut, um zum ewigen Leben eingehen zu können. „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so viel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege und meine Gedanken denn eure Gedanken“ (Jes 55,8f), und „unsere Trübsal, die zeitlich und leicht ist, schafft eine ewige und über alle Maßen wichtige Herrlichkeit“ (2.Kor 4,17). (Weiterführendes hierzu unter „Krankheit, Leid und Not - warum lässt Gott das zu?“)

In jeder Trübsal, die uns ereilt liegt ein Sinn. „Nicht allein aber das, sondern wir rühmen uns auch der Trübsale, dieweil wir wissen, dass Trübsal Geduld bringt; Geduld aber bringt Erfahrung; Erfahrung aber bringt Hoffnung; Hoffnung aber lässt nicht zu Schanden werden. Denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unser Herz durch den heiligen Geist, welcher uns gegeben ist“ (Rö 5,3-5). „Meine lieben Brüder, achtet es für eitel Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen fallet, und wisset, dass euer Glaube, wenn er rechtschaffen ist, Geduld wirkt. Die Geduld aber soll festbleiben bis ans Ende, auf dass ihr seid vollkommen und ganz und keinen Mangel habet. So aber jemand unter euch Weisheit mangelt, der bitte Gott, der da gibt einfältig jedermann und rücket's niemand auf, so wird sie ihm gegeben werden“ (Jak 1,2-5).
Alle Bitterkeiten, alle Kreuzeslasten dienen dazu, unsere Seele von allen an ihr klebenden weltlichen Schlacken zu reinigen, denn wir sind aufgerufen „vollkommen zu werden, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist“ (Mt 5,48), und „das sollt ihr wissen, dass kein Unreiner, welcher ist ein Götzendiener, Erbe hat in dem Reich Christi und Gottes“ (Eph 5,5). „Freuet euch, dass ihr mit Christo leidet, auf dass ihr auch zur Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben möget“ (1.Petr 4,13). „Darum, welche da leiden nach Gottes Willen, die sollen ihm ihre Seelen befehlen als dem treuen Schöpfer in guten Werken“ (1.Petr 4,19).

Indem wir unser Kreuz dankend annehmen, zeugen wir von unserer Liebe zu Jesus. Es ist ein Bindeglied zwischen Ihm und uns, und so „wir allenthalben Trübsal haben, so ängsten wir uns nicht; ist uns bange, verzagen wir nicht; leiden wir Verfolgung, so werden wir nicht verlassen; werden wir unterdrückt, so kommen wir nicht um; sondern tragen allezeit das Sterben des Herrn Jesu an unserm Leibe, auf dass auch das Leben des Herrn Jesu an unserm Leibe offenbar werde“ (2.Kor 4,8-10), denn „Er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen; denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig. Darum will ich mich am allerliebsten rühmen meiner Schwachheit, auf dass die Kraft Christi bei mir wohne. Darum bin ich guten Muts in Schwachheiten, in Misshandlungen, in Nöten, in Verfolgungen, in Ängsten, um Christi willen; denn, wenn ich schwach bin, so bin ich stark“ (2.Kor 12,9-10). Wir wissen, dass „der Gerechte viel Leiden muss; aber der Herr hilft ihm aus dem allem“ (Ps 34,20).

„Ich hatte viel Bekümmernisse in meinem Herzen; aber deine Tröstungen ergötzten meine Seele“ (Ps 94,19).

Wir sollten nicht scheuen, unser irdisches Lebenskreuz zu tragen, sondern voller Vertrauen auf unseren himmlischen Vater blicken, denn „Wer will uns scheiden von der Liebe Gottes? Trübsal oder Angst oder Verfolgung oder Hunger oder Blöße oder Gefährlichkeit oder Schwert? wie geschrieben steht: "Um deinetwillen werden wir getötet den ganzen Tag; wir sind geachtet wie Schlachtschafe." Aber in dem allem überwinden wir weit um deswillen, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges weder Hohes noch Tiefes noch keine andere Kreatur mag uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christo Jesu ist, unserm Herrn“ (Rö 8,35-39). „Und ob wir auch schwach sind in ihm, so leben wir doch mit ihm in der Kraft Gottes unter euch“ (2.Kor 13,4).

Jesus ruft und verspricht allen von der Kreuzeslast Gedrückten: „Kommet her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen. Denn mein Joch ist sanft, und meine Last ist leicht“ (Mt 11,28-30).

„Sind wir denn Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi, so wir anders mit leiden, auf dass wir auch mit zur Herrlichkeit erhoben werden“ (Rö 8,17).

Kein anderer Weg als nur allein der Weg des Kreuzes führt zum (ewigen) Leben. Gott verspricht: „Wer überwindet, der wird es alles ererben, und ich werde sein Gott sein, und er wird mein Sohn sein“ (Off 21,7). „Der Gott aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christo Jesu, der wird euch, die ihr eine kleine Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen“ (1.Petr 5,10).




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