Krankheit, Leid, Not - Bibelverstehen - Bibelverstehen

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Krankheit, Leid und Not - warum lässt Gott das zu?

Es gibt keinen Menschen, der nicht irgendwann in seinem Leben mit irgendeinem Leid konfrontiert wird, so dass wir davon ausgehen können, dass Leiden notwendigerweise zu unserem Leben mit dazu gehört. Ob uns nun eine Krankheit, die Beschwerden des Alters, enttäuschte Erwartungen und Hoffnungen, der Verlust eines geliebten Menschen oder anderweitige Schicksalsschläge treffen, Leid ist eine Grunderfahrung, die uns sowohl körperlich wie auch seelisch belastet. Wer sich in einer solchen Situation befindet, hadert oftmals mit Gott und fragt: „Warum lässt Gott das zu? Warum ich?“ Traurig ist es, wenn sich Menschen in solchen Situationen von Gott abwenden, weil sie meinen, „wenn es einen Gott gäbe, dann würde er so etwas bestimmt nicht zulassen“. Schauen wir uns doch einmal an, warum uns so manches im Leben widerfährt, das uns Kummer und Schmerz bereitet.

Leid gehört zu den Lebensbürden, die wir tragen müssen, damit wir uns weiterentwickeln können. Gott hat uns unser Leben geschenkt, damit wir uns im Laufe unseres Erdenwandels mehr und mehr dem geistigen und göttlichen Leben annähern sollen, das uns zur Vollendung in Gott führt (Jh 14,6). Wäre unser Dasein ein ständiger Spaziergang durch ein Paradies, würden wir wohl kaum Anstrengungen unternehmen um an uns zu arbeiten, etwas zu verändern, das wir doch eigentlich immer gerade erst dann tun, wenn es anfängt, uns schlechter zu gehen. Um innerlich wachsen und reifen zu können braucht ein jeder Mensch seiner Individualität angemessen seine ganz eigenen Erfahrungen, die ihn in seiner Entwicklung weiterbringen. Es liegt also auch selbst in schweren Schicksalsschlägen ein Sinn, den es zu erkennen und auf Gott vertrauend anzunehmen gilt, weiß Er doch am allerbesten, was uns Not tut um zum ewigen Leben eingehen zu können. „Meine Gedanken sind nicht eure Gedanken, und eure Wege sind nicht meine Wege, spricht der Herr; sondern so viel der Himmel höher ist denn die Erde, so sind auch meine Wege höher denn eure Wege und meine Gedanken denn eure Gedanken“ (Jes 55,8f). „Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und folgt mir nach, der ist mein nicht wert“ (Mt 10,38).

Neben entwicklungsnotwendigen Erfahrungen kann es aber auch geschehen, dass aufgrund eines Abwendens von Gott und einem sich daraus entwickelnden Fehlverhalten eine Leiderfahrung auftritt, die dazu dienen soll, uns die Verkehrtheit unseres Weges zu zeigen, uns wachrütteln, uns zur Umkehr bewegen soll: „so werden wir vom Herrn gezüchtigt, auf dass wir nicht samt der Welt verdammt werden“ (1.Kor 11,32).

Auftretende Krankheiten können auch erblich bedingt sein, die die Aufgabe mit sich bringen, dieses ererbte Familienleid anzunehmen und zu tragen, worin gerade für den Betroffenen und vielleicht auch seiner Angehörigen ganz individuell nach Gottes weiser Führung eine seelische Reifung und Weiterentwicklung besteht. „Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden ist's eine Gotteskraft“ (1.Kor 1,18).

Andererseits können sie aber auch die Folge einer falschen und ungesunden Lebensweise sein, die nicht nur dem Körper, sondern womöglich auch der Seele schaden. In diesem Falle wäre die Krankheit ein Warnsignal, das zur Umkehr und Änderung der Lebensgewohnheiten aufruft: „Und siehe, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege“ (Ps 139,24).

Meistens führt ein sündhaftes Leben zu selbstverschuldeter Krankheit. Wer z.B. der Schwelgerei frönt und in der Folge an dessen Auswirkungen auf den Körper erkrankt, hat sich dies selbst zuzuschreiben. Aber  auch psychische (seelische) Erkrankungen aus sündhaftem Verhalten manifestieren sich neben ihren psychischen Auswirkungen oftmals in psychosomatischen Erkrankungen (Wut/Zorn kann z.B. zu Magengeschwüren führen etc.). Daher riet Jesus nach der Heilung eines Kranken (Joh 5,6 ff): „Siehe zu, du bist gesund geworden; sündige hinfort nicht mehr, dass dir nicht etwas Ärgeres widerfahre“ (Joh 5,14).

Sicherlich gibt es eine Menge Gründe, warum unser himmlischer Vater für den einen oder anderen Krankheit zulässt oder auferlegt. Wir sollten jedoch darauf vertrauen, dass Er stets nur das geschehen lässt, was einem jeden zu seinem Besten dient, sei es zu seiner Fortentwicklung oder aber zur Aufrüttlung und Mahnung, zur Umkehr, denn „die Krankheit ist nicht zum Tode, sondern zur Ehre Gottes, dass der Sohn Gottes dadurch geehrt werde“ (Joh 11,4).

Weiter sagt uns aber auch die Bibel, dass Leid nicht notwendig wäre, wenn wir Menschen genau nach den Geboten Gottes leben und damit beständig im Herzen bei Gott verbleiben würden, denn letztlich resultiert das Leid aus einem Abwenden von Gott und einer daraus resultierenden falschen, sich außerhalb der göttlichen Ordnung befindenden Lebensweise.

Betrachtet man im Allgemeinen das Erkranken der Menschheit wird man feststellen, dass dies in dem Maß steigt, wie sie sich mehr und mehr von Gott abwendet. Und so rührt Krankheit letztlich daher, dass die Menschen anstatt ein Gott wohlgefälliges Leben in Seiner Ordnung zu führen, nur alles für sich selbst tun um ihre weltlichen und genusssüchtigen Leidenschaften zu befriedigen. Krankheiten sind demzufolge dann die bitteren Auswirkungen der Nichtbefolgung der von Gott den Menschen klar ausgesprochenen Gebote: „Und Asa ward krank an seinen Füßen im neununddreißigsten Jahr seines Königreichs, und seine Krankheit nahm zu; und er suchte auch in seiner Krankheit den Herrn nicht, sondern die Ärzte. Also entschlief Asa mit seinen Vätern und starb“ (2.Ch 16,12f). „So spricht der Herr, der Gott deines Vaters David: Darum dass du nicht gewandelt hast in den Wegen deines Vaters […] und machst […] abgöttisch nach der Abgötterei des Hauses Ahab, und hast dazu deine Brüder, deines Vaters Haus, erwürgt, die besser waren als du: siehe, so wird dich der Herr mit einer großen Plage schlagen an deinem Volk, an deinen Kindern, an deinen Weibern und an aller deiner Habe, du aber wirst viel Krankheit haben […]. Und nach alledem plagte ihn der Herr in seinem Eingeweide mit solcher Krankheit, die nicht zu heilen war […] und er starb in schlimmen Schmerzen“ (2.Ch 21,12ff).

Wer jedoch von seiner Jugend an sein Leben werktätig nach Gottes Geboten ausrichtet, der bleibt gesund und seine Nachkommen werden nicht an den Sünden ihrer Eltern in Form von Erbkrankheiten zu leiden haben: „Aber dem Herrn, eurem Gott, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot und dein Wasser segnen, und will alle Krankheit von dir wenden“ (2.Mo 23,25). Gott spricht: „Wirst du der Stimme des Herrn, deines Gottes, gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und zu Ohren fassen seine Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich der Krankheiten keine auf dich legen, denn ich bin dein Herr, dein Arzt“ (2.Mo 15,26)

Wenn Gott jemanden aus dem irdischen Leben abberuft, so ist dies oftmals mit einem großen Schmerz für diejenigen verbunden, die er hinterlässt. Doch sollte keiner Ihn dafür anklagen, denn es entspricht auch dies Seiner weisen Führung, diejenigen in Sein Reich hinüberzurufen, die Er dafür für reif erachtet oder die im Jenseits besser zu ihrer weiteren Vervollkommnung fortschreiten können als hier. Vielleicht errettet Er ja dadurch z.B. Kinder oder Jugendliche/junge Erwachsene vor der Verderbnis, in die sie hinein geraten wären, wenn Er sie weiter hier auf der Erde belassen hätte. Oder ihre - wenn auch vielleicht für manche sehr kurze - Erdenzeit war ausreichend genug, um ihre hiesige Aufgabe zu erfüllen. Und wie erst wirkt Seine Erbarmung bei jenen schwer leidenden Menschen oder auch schon bei jenen, denen nur noch ein unsägliches Leiden bevorstehen würde, wenn Er sie hiervon erlöst!

„Wie kann Gott das zulassen? Warum ICH?“ - Wer so spricht, sollte einmal über sich selbst nachdenken und auch das Bild prüfen, das er sich von Gott macht. Wie kann man Gott als den Schöpfer aller Dinge, alleiniger Herr von Himmel und Erde, das ewige alleinig vollkommenste Leben und die unendliche, reinste Liebe Selbst denn nur anklagen, mit Ihm hadern? Haben wir und halten wir, Seine Geschöpfe, denn ständig und ohne Unterlass Seine Gebote? - Gott nimmt es ernst mit Seinen Geboten. Wir sind die Angeklagten, nicht Gott!

Unser himmlischer Vater ist unendlich liebevoll, mitleidig und barmherzig, Er wünscht nur und gebietet in aller Sanftmut, doch die allermeisten verstopfen ihre Ohren Seinen leisen Wünschen und Hinweisen, versuchen Seine Lehre ihrem Leben so anzupassen, dass sie ihnen keine Aufopferung abverlangt. Doch Gott lässt nicht mit sich handeln! Und wenn Er dann stärkere Maßnahmen ergreift oder die selbst herbeigerufenen Konsequenzen aus schlechtem Handeln zulässt um die betroffene Seele auf den rechten Weg zu bringen und für das ewige Leben zu erretten, wird gejammert und Er als ein grausamer Gott beschimpft. Die meisten möchten ein angenehmes Leben führen, erwarten, dass Er ihnen alle ihre Wünsche erfüllt, und wenn Jesus mahnt: „Wer mir will nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir nach“ (Mk 8,34), werden die Ohren noch mehr verstopft und man will nicht sehen, dass, wer Ihm nicht Seine Lehre in seinem Leben konsequent umsetzend nachfolgt, auch Seiner nicht wert ist (Mt 10,38). „Der Herr prüft den Gerechten; seine Seele hasst den Gottlosen und die gerne freveln“ (Ps 11,5).

Natürlich können Krankheit, Not und Leid auch gläubige, werktätig nach der Lehre Jesu lebende Menschen treffen. Dies alles kann aufgrund abzutragender Altlasten - sei es ererbter oder früher - wissentlich oder unwissentlich - begangener Sünden herrühren oder aber auch weil sie ganz einfach noch nicht genug an Gott angebunden, nicht ganz sündenfrei sind. Und manchmal prüft Gott auch ganz einfach die Stärke des vorhandenen Glaubens, ob man auch in der Not nicht von Ihm lässt. „Gottes vorausschauende Liebe wird uns keinen zeitlichen Schmerz ersparen, wenn Er dadurch zukünftige Freude und Segen mehren kann… Viel Licht fällt auf unser Leben, und manch eine verblüffende Erfahrung dürfen wir dabei machen, sobald wir diese Grundsätze auf unsere Erziehung durch Gott übertragen. Dann erkennen wir, dass alle Seine Erziehungsmethoden Seiner vollkommenen Weisheit entsprechen. Alle Eingriffe in unser Leben entspringen Seiner Liebe und können demzufolge weder hart noch willkürlich oder unnütz sein. Die Durchrüttler oder Strafen in unserem Leben stellen nichts weiter dar als ein Mittel zum Zweck. Gott pflügt nicht den Boden unserer Herzen, nur um Seine Macht und Souveränität zu beweisen. Wenn Er mit der Pflugschar der Leiden und Versuchungen den hart gewordenen Boden unserer Herzen durchpflügt, hat Er ein sinnvolles Ziel im Sinn. Deshalb: Lass Ihn pflügen, denn Er braucht die Ernte. Außerdem: Jeder zurechtweisende Eingriff Gottes ist das Vorspiel zu irgendeinem Gnadenakt. Seine selbstlose Liebe wird nicht eher ruhen, bis Er uns vollendet hat und wir „in das Ebenbild Seines Sohnes umgestaltet sind“ (J. Osswald Sanders: Leben aus der Quelle - Der Weg zum geisterfüllten Christsein). „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden“ (Mt 5,4).

Wenn wir das gesellschaftliche Miteinander betrachten, verhält es sich so, dass sich der Mensch oftmals selbst seine Übel schafft. Dort wo Gottes- und Nächstenliebe herrschen sollte, denkt jeder nur an sich und seinen Vorteil, hängt seinem egoistischen Streben nach. Doch anstatt sich selbst zu betrachten sucht er den Grund seines Übels bald bei dem einen, bald in einem anderen und sieht dabei nicht auf sich selbst, was er denn eigentlich mit dazu beigetragen hat bzw. beiträgt.

Vergleichen wir die derzeit sich steigernden und allerorten hereinbrechenden Katastrophen gleich welcher Art mit den Aussagen der Bibel so erkennen wir, dass Gott immer nur dann große Not und Elend unter die Menschen hat kommen lassen und kommen lässt, wenn sie von Ihm abgefallen und gottlose, selbstsüchtige, der Welt nach lebende Menschen geworden sind. So zeigt sie besonders in 2.Thess Kap. 2, 2.Tim Kap. 3 und in der  Endzeitrede von Matthäus in Kapitel 24 die genau nun herrschenden zwischenmenschlichen Zustände auf: „Dann werden sich viele ärgern und werden untereinander verraten und werden sich untereinander hassen […] und dieweil die Ungerechtigkeit wird überhandnehmen, wird die Liebe in vielen erkalten“ (Mt 24,10-12). Wir brauchen uns also nicht zu verwundern und uns beklagen, wenn „gekommen ist dein Zorn und die Zeit der Toten, zu richten und zu geben den Lohn deinen Knechten, den Propheten, und den Heiligen und denen, die deinen Namen fürchten, den Kleinen und Großen, und zu verderben, die die Erde verderbt haben“ (Off 11,18).

Krankheit, Leid und Not sind Aufrüttler, damit wir Menschen uns wieder Gott zuwenden und ein Ihm wohlgefälliges Leben führen. Wir sollten sie dankbar als Leiter und Führer zum ewigen Leben annehmen, als Chance um aus Fehlern zu lernen, Demut zu entwickeln, und mehr und mehr aus der Liebe des Herzens zu leben, unser inneres Licht zum Strahlen und Leuchten zu bringen.










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