Der Weg zur ewigen Freiheit - Bibelverstehen - Bibelverstehen

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Christ sein im Alltag
Der Weg zur ewigen Lebensfreiheit
- Vom Umgang mit dem freien Willen -

Ein jeder Mensch verfügt über einen ihm von Gott geschenkten freien Willen, mit dem er seine Lebensausrichtung eigenverantwortlich bestimmen kann. Er kann demnach sein Dasein auf ein gottgefälliges - zur Gotteskindschaft führendes - oder der Welt zugeneigtes, sündhaftes - zur Hölle führendes - Leben ausrichten.

Wendet er sich der materiell-sinnlichen Welt zu, ist das gleichzusetzen mit dem Beschreiten des breiten Weges, der zur Verdammnis führt (Mt 7,13), womit er sich von Gott entfernt. Und je mehr er sich dabei von Gott entfernt, umso lichtloser wird es in ihm mit der Folge, dass das Ungute und Böse der Welt immer mehr in ihm an Einfluss gewinnt, und er immer weltlich-sinnlicher und endlich materiell wird, was letztlich zu seinem seelischen Tod führt, da er sich dadurch in das Fleisch (Irdische/Materie) eingräbt (Phil 3; 10,11; 1. Petr, 4,5-6; Eph 5,14).

„Aber fleischlich gesinnt sein ist der Tod, und geistlich gesinnt sein ist Leben und Friede“ (Rö 8,6).

„Denn wo ihr nach dem Fleisch lebt, so werdet ihr sterben müssen; wo ihr aber durch den Geist des Fleisches Geschäfte tötet, so werdet ihr leben“ (Rö 8,13).

Das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) erzählt von einem jungen Mann, der sich freiwillig von Gott abwandte und sein Leben nach selbstsüchtigen und weltlichen Gesichtspunkten ausrichtete. Seine guten Eigenschaften vergessend lässt er sich vom weltlichen Gebaren mitreißen, denkt nur an sich und wie er am besten sein Genussstreben befriedigen kann. Er übersieht dabei, dass ein jeder, der den von Gott wegführenden Weg beschreitet, sich freiwillig ein Leiden auflädt, da ein Leben in Gottesferne ein leeres und lichtloses Leben ohne Wärme ist, in dem keine dauerhafte Befriedigung gefunden werden kann.

„Jesus: Ich bin das Licht der Welt; wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben“ (Joh 8,12).

„Wer aber des Nachts wandelt, der stößt sich; denn es ist kein Licht in ihm“ (Joh 11,10).

„Jesus: Wer in der Finsternis wandelt, der weiß nicht, wo er hingeht“ (Joh 12,35).  

Gott lässt es auf diesem Weg nicht an Mahnungen und Umkehrangeboten in Form von (meist selbstverschuldeten) Unglücksschlägen mangeln, doch wer darauf nicht hören möchte, landet letztendlich in einem von ihm freiwillig ausgesuchten „Saustall“, seinem persönlichen Lebenstiefstpunkt, der sich dann in einer großen Schmerzerfahrung äußert, was sich in der Empfindung von Bitterkeit gegenüber dem Weltenleben, das nie zu einer Befriedigung führt, ausdrückt. Die daraus hervorgehende Abscheu vor allen Weltfreuden und ein großes Einsamkeits- bzw. Verlassenheitsgefühl ermöglicht eine Einsicht und wahre Reue hinsichtlich

des bislang verkehrt geführten Lebens. Schafft es nun der hier Angelangte zur Erkenntnis zu gelangen, dass allein der uns durch die Lehre Jesu gezeigte Weg zum wahren Leben führt, wächst daraus eine Sehnsucht nach der Befreiung aus diesem selbstgeschaffenen Leidensleben, worauf er sich Gott zuwendet und bei Ihm durch Bitten und Beten Zuflucht sucht. Dabei kommt Gott jedoch nicht mit einer ‚goldenen Kutsche‘ bei dem selbstgewählten Saustall vorgefahren um den dort Gestrandeten abzuholen, sondern er muss eigenständig und aus freien Stücken den Weg der Umkehr in Demut auf sich nehmen, auf dessen Weg ihm Gott Hilfe angedeihen und ihm auch, so er ernsthaft auf diesem Weg verbleibt, entgegenkommen wird.

Schlimm wird es für alle diejenigen, die selbst an einem solchen Lebenstiefstpunkt noch immer nicht zur Einsicht kommen und sich zur Umkehr bewegen lassen, sondern auf ihrem Eigenwillen beharrend sich immer noch weiter und weiter von Gott entfernen. Sie bewegen sich dann schon auf dem Weg zum seelischen Tod, von dem aus eine Rückkehr zu Gott immer schwieriger und irgendwann sogar einmal unmöglich werden kann.

„Wisset ihr nicht, dass alle, die wir in Jesus Christus getauft sind, die sind in seinen Tod getauft? Sind wir ja mit ihm begraben durch die Taufe in den Tod, auf dass, gleichwie Christus ist auferweckt von den Toten durch die Herrlichkeit des Vaters, also sollen auch wir in einem neuen Leben wandeln. Denn wenn wir in ihn eingepflanzt sind zu gleichem Tode, so werden wir ihm auch in der Auferstehung gleich sein, dieweil wir wissen, dass unser alter Mensch samt ihm gekreuzigt ist, auf dass der sündliche Leib aufhöre, dass wir hinfort der Sünde nicht mehr dienen. Denn wer [dem Weltlichen/Fleischlichen/Sündigen nach] gestorben ist, der ist gerechtfertigt und frei von der Sünde. Sind wir aber mit Christo gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden, und wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, hinfort nicht stirbt; der Tod wird hinfort nicht mehr über ihn herrschen. Denn was er gestorben ist, das ist er der Sünde gestorben zu einem Mal; was er aber lebt, das lebt er Gott. Also auch ihr, haltet euch dafür, dass ihr der Sünde gestorben seid und lebt Gott in Christo Jesus, unserm Herrn. So lasset nun die Sünde nicht herrschen in eurem sterblichen Leibe, ihr Gehorsam zu leisten in seinen Lüsten. Auch begebet nicht der Sünde eure Glieder zu Waffen der Ungerechtigkeit, sondern begebet euch selbst Gott, als die da aus den Toten lebendig sind, und eure Glieder Gott zu Waffen der Gerechtigkeit. Denn die Sünde wird nicht herrschen können über euch, sintemal ihr nicht unter dem Gesetz seid, sondern unter der Gnade. Wie nun? Sollen wir sündigen, dieweil wir nicht unter dem Gesetz, sondern unter der Gnade sind? Das sei ferne! Wisset ihr nicht: welchem ihr euch begebet zu Knechten in Gehorsam, des Knechte seid ihr, dem ihr gehorsam seid, es sei der Sünde zum Tode oder dem Gehorsam zur Gerechtigkeit?

Gott sei aber gedankt, dass ihr Knechte der Sünde gewesen seid, aber nun gehorsam geworden von Herzen dem Vorbilde der Lehre, welchem ihr ergeben seid. Denn nun ihr frei geworden seid von der Sünde, seid ihr Knechte der Gerechtigkeit geworden […] Denn der Sünde Sold ist [seelischer] Tod; Gottes Gabe aber ist ewiges Leben in Christus Jesus, unserm Herrn“ (Rö 6, 3ff).

Für denjenigen, der ernsthaft den Weg der Umkehr (Buße) zu wandeln beginnt, für den nimmt das große Erlösungswerk Jesu seinen Anfang, denn indem Er den Tod und die Hölle überwunden hat, hat Er auch uns den Weg zur Überwindung unseres eigenen (seelischen) Todes und der Hölle (Versinken in der materiell-sinnlichen Welt) ermöglicht.
Weil Jesus den Tod überwunden hat, kann Er uns helfen, dass auch wir ihn überwinden, indem wir Ihm nachfolgen und nach Seinem Vorbild unser Kreuz annehmen.

„Will mir jemand nachfolgen, der verleugne sich selbst und nehme sein Kreuz auf sich und folge mir“ (Mt 16,24; Mk 8,34).

Eines jeden Kreuzesweg ist der Weg der Umkehr, der Lossagung von der Welt mit all ihren Sinnenreizen. Er ist der Weg der Demut, der Liebe und der Selbstverleugnung. Wegweiser hierfür ist die Ausrichtung des Lebens nach den Geboten Jesu.

Jeder Lebensweg beinhaltet Leiden. Der Kreuzweg in der Nachfolge Christi ist aber ein anderer als der aus einem sündigen Leben heraus selbstgeschaffener, denn bei diesem Kreuzweg geht es um ein notwendiges Leiden als Voraussetzung zur eigenen Erlösung. Jesus Selbst hat ihn mit Seinem Leben vorgelebt und gelehrt (Mt 4,1; Mk 1,13).

Das Leiden besteht vor allem aus einer Arbeit an sich selbst, da die Seele von allem Schlechten, d.h. den ihr anhaftenden Schwächen und Begierden gereinigt werden muss. Doch wem fällt es schon leicht, auf weltliche Bequemlichkeiten und Sinnenfreuden zu verzichten? Es bedarf der Selbstverleugnung und einer Änderung des bisherigen Lebens, denn kein Unreiner und Unvollkommener wird in den Himmel eingehen können (Eph 5,5; Jak 1,4; Jak 2,22; Mt 5,48; 1. Joh 2,5), und erst „wenn der Jünger ist wie sein Meister, so ist er vollkommen (Lk 6,40).

Uns begegnende Anfechtungen sind von Gott zugelassen, damit dadurch das Ungute und Schlechte in sich erkannt und herausgeschafft werden kann, wodurch es in der Folge möglich wird, den herangetragenen Versuchungen zu widerstehen und sie zu überwinden, um nicht wieder in die alten Verhaltensmuster zurückzufallen und auf den falschen Weg zu geraten.

Nur durch eine Reinigung unserer Seele werden wir fähig das ewige Leben in uns aufzunehmen. Dies bedingt jedoch auch ein ‚An-das-Kreuz-nageln‘ alles Weltlich-Sinnlichen in sich um zur eigenen Auferstehung (Tit 3,4-8, Joh 3; 3,5-6) zu gelangen. - Notwendig dazu ist ein Leben in Demut und Selbstverleugnung unter Haltung der gegebenen Gebote.

Durch eine ständige Überprüfung des Denkens, Wollens und Handelns können wir zur Selbsterkenntnis und damit immer tieferen Einblicken in uns selbst gelangen, wodurch wir in die Lage versetzt werden, das noch in uns befindliche Schlechte auszumerzen. Hilfreich sind dabei - zumindest zu Beginn - tägliche Achtsamkeitsübungen wie auch auf dem eingeschlagenen werktätigen Glaubensweg zu verbleiben, den Eigenwillen dem Willen Gottes unterzuordnen und streng auf ihn zu achten, um nicht wieder von dem einmal eingeschlagenen Weg abzufallen.

Wer ernsthaft wollend und vertrauensvoll im Gebet Jesu um Hilfe bittet, dem wird Er sie zukommen lassen und stärkend beistehen. Wir dürfen Seiner Gnade gewiss sein, denn „kommt alle zu Mir, die ihr mühselig und beladen seid, Ich will euch erquicken!“ (Mt 11,28). So erbarmt Er sich wie im Gleichnis vom verlorenen Sohn der Vater seines Sohnes und kommt uns auf unserem Weg zu Ihm entgegen…


Für denjenigen, der sich nach aller Drangsal und Mühe in die nach ihm ausgestreckten liebevollen Arme unseres himmlischen Vaters stürzen darf, wird es heißen: „Wer überwindet soll mit weißen Kleidern angetan werden, und ich [Jesus] werde seinen Namen nicht austilgen aus dem Buch des Lebens, und ich will seinen Namen bekennen vor meinem Vater und vor seinen Engeln“ (Off 3,5). Er besiegelt seinen ureigenen Bund der Lebensfreiheit mit Ihm, den Jesus durch Sein Erlösungswerk mit der ganzen Menschheit geschlossen und für jeden einzelnen möglich gemacht hat. Dann heißt es auch für ihn: „Denn dieser, Mein Sohn war tot und ist wieder lebendig geworden; er war verloren und ist gefunden worden…“ (Lk 15,24).





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