Endzeit - Bibelverstehen - Bibelverstehen

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Die Bibel zu...

Leben wir in der Endzeit? Gibt uns die Bibel Hinweise hierauf?

Alles, was Gott geschaffen hat, wird Er einst vernichten. (2. Petr 3,10)
Uns zur Warnung steht geschrieben: Gott wird die Menschen richten. (1.Kor 10,11; Apg 17,31; 2.Tim 4,1)
Die Zeit des Gerichtes ist weder uns noch den Engeln bekannt, (Mt 24,36; 25,13)
denn Gott hat weder Tag noch Stunde enthüllt, nie genannt. (Mt 24,42)

Aber Jesus spricht von Zeiten die zu erkennen sind, (Mt 16, 4)
wenn wir gläubig wachen, nicht handeln töricht und blind. (Mt 25, 2)
In der letzten Zeit wird es geistlose Spötter geben,
die nach ihren eigenen Lüsten im Unglauben leben. (Jud 18-2, Petrus 3,3)

Falsche Apostel und solche, die sich "Christus" nennen, (Mk 13,6; 13,22; Mt 24,24)
die, die Wahrheit des Evangeliums leugnen, nicht kennen. (2.Kor 6,7)
Sie haben keine Gottesfurcht, fürchten kein Weltgericht,
bedenken auch die Stunde des Todes nicht. (Ps 90,12; 39,5)

Das alles kann geschehen, weil der Fürst dieser Welt,
der Satan, sich zum Engel des Lichts verstellt. (2. Kor 11,14)
Durch verführerische Geister werden tödliche Irrlehren geglaubt. (Jes 32,6-1; Joh 4,6)
Die Freude am Wort der Wahrheit wird vielen geraubt. (Phil 4,4)

Verloren ist, wer die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen.
Gott lässt kräftige Irrtümer zu, wer kann entkommen? (2. Thess 2, 10-12)
Glückselig werden nur die, die Gott von Herzen lieben (Mk12,30; Mt 22,37; Lk10,27)
Die an Sein Wort glauben, so wie es steht geschrieben.

Sie sind es, die vom Tode zum Leben durchgedrungen. (Rö 8, 38-39)
Für sie hat Jesus sterbend am Kreuz gerungen.
Ihnen wurde Gottes Verheißung tief ins Herz gebrannt,
sie wissen, ihre Namen sind im Buch des Lebens genannt.
Viele wissen nichts von Errettung ganz aus Gnaden (Eph 2,5)
aber alle sind von Jesus zum Kreuz eingeladen. (Mt 11,28)
Doch Gottes Wort ist nicht mehr Maßstab ist entstellt!
Wohin treibt die Menschheit, wohin die Welt?
Gott lässt sich nicht spotten, Er kommt zum Gericht, (Galater 6,7)
wehe denen, die warnen sollten, warum tun sie es nicht?

Ursula Wulf



Jesus gab während Seiner Lehrjahre viele Hinweise auf ein in ferner Zukunft stattfindendes Weltgericht und an welchen Vorzeichen sein Herannahen zu erkennen sei.

Die Endzeit und Vorzeichen des Weltgerichts:
„Und als er auf dem Ölberge saß, traten zu ihm seine Jünger besonders und sprachen: Sage uns, wann wird das alles geschehen? Und welches wird das Zeichen sein deiner Zukunft und des Endes der Welt?
Jesus aber antwortete und sprach zu ihnen: Sehet zu, dass euch nicht jemand verführe. Denn es werden viele kommen unter meinem Namen, und sagen: "Ich bin Christus"  und werden viele verführen. Ihr werdet hören Kriege und Geschrei von Kriegen; sehet zu und erschreckt euch nicht. Das muss zum ersten alles geschehen; aber es ist noch nicht das Ende da. Denn es wird sich empören ein Volk wider das andere und ein Königreich gegen das andere, und werden sein Pestilenz und teure Zeit und Erdbeben hin und wieder. Da wird sich allererst die Not anheben. Alsdann werden sie euch überantworten in Trübsal und werden euch töten. Und ihr müsst gehasst werden um meines Namens willen von allen Völkern. Dann werden sich viele ärgern und werden untereinander verraten und werden sich untereinander hassen. Und es werden sich viel falsche Propheten erheben und werden viele verführen. und dieweil die Ungerechtigkeit wird überhandnehmen, wird die Liebe in vielen erkalten. Wer aber beharret bis ans Ende, der wird selig. Und es wird gepredigt werden das Evangelium vom Reich in der ganzen Welt zu einem Zeugnis über alle Völker, und dann wird das Ende kommen.“(Mt 24,3-14)

„Auch unter euch sein werden falsche Lehrer, die nebeneinführen werden verderbliche Sekten und verleugnen den Herrn, der sie erkauft hat, und werden über sich selbst herbeiführen eine schnelle Verdammnis. Und viele werden nachfolgen ihrem Verderben […] Der Herr weiß die Gottseligen aus der Versuchung zu erlösen, die Ungerechten aber zu behalten zum Tage des Gerichts, sie zu peinigen, allermeist aber die, so da wandeln nach dem Fleisch in der unreinen Lust, und die Herrschaft verachten, frech, eigensinnig, nicht erzittern, die Majestäten zu lästern […] Sie achten für Wollust das zeitliche Wohlleben, sie sind Schandflecken und Laster, prangen von euren Almosen, prassen mit dem Euren,  haben Augen voll Ehebruchs, lassen sich die Sünde nicht wehren, locken an sich die leichtfertigen Seelen, haben ein Herz, durchtrieben mit Geiz, verfluchte Leute. Sie haben verlassen den richtigen Weg und gehen irre […] sie reden stolze Worte, dahinter nichts ist, und reizen durch Unzucht zur fleischlichen Lust diejenigen, die recht entronnen waren denen, die im Irrtum wandeln, und verheißen ihnen Freiheit, ob sie wohl selbst Knechte des Verderbens sind.“ (2.Petr 2,1ff)

Das zur Endzeit herrschende Menschenbild:
„Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen werden greuliche Zeiten kommen. Denn es werden Menschen sein, die viel von sich halten, geizig, ruhmredig, hoffärtig [hochmütig], Lästerer, den Eltern ungehorsam, undankbar, ungeistlich, lieblos, unversöhnlich, Verleumder, unkeusch, wild, ungütig, Verräter, Frevler, aufgeblasen, die mehr lieben Wollust denn Gott, die da haben den Schein eines gottseligen Wesens, aber seine Kraft verleugnen sie […] es sind Menschen von zerrütteten Sinnen, untüchtig zum Glauben.“ (2.Tim 3,1-8)

Satans Wirken zu dieser Zeit:
„Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise; denn er kommt nicht, es sei denn, dass zuvor der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Sünde, das Kind des Verderbens, der da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, also dass er sich setzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt sich aus, er sei Gott. […] und alsdann wird der Boshafte offenbart werden, welchen der Herr umbringen wird mit dem Geist seines Mundes und durch die Erscheinung seiner Zukunft ihm ein Ende machen, ihm, dessen Zukunft geschieht nach der Wirkung des Satans mit allerlei lügenhaftigen Kräften und Zeichen und Wundern und mit allerlei Verführung zur Ungerechtigkeit unter denen, die verloren werden, dafür dass sie die Liebe zur Wahrheit nicht haben angenommen, auf dass sie selig würden. Darum wird ihnen Gott kräftige Irrtümer senden, dass sie glauben der Lüge, auf dass gerichtet werden alle, die der Wahrheit nicht glauben, sondern haben Lust an der Ungerechtigkeit.“ (2.Thess 2,3-12)

Ermahnung, falsche Lehren abzuweisen und Vorbild sein:
„Der Geist aber sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten werden etliche von dem Glauben abtreten und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel durch die, so in Gleisnerei Lügen reden und Brandmal in ihrem Gewissen haben, die da gebieten, nicht ehelich zu werden und zu meiden die Speisen, die Gott geschaffen hat zu nehmen mit Danksagung, den Gläubigen und denen, die die Wahrheit erkennen. Wenn du den Brüdern solches vorhältst, so wirst du ein guter Diener Jesu Christi sein, auferzogen in den Worten des Glaubens und der guten Lehre, bei welcher du immerdar gewesen bist. […] sei ein Vorbild den Gläubigen im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit. Halte an mit Lesen, mit Ermahnen, mit Lehren, bis ich komme.“ (1.Tim 4,1-13)

Mahnung zum Festhalten an der Lehre
„Wir aber sollen Gott danken allezeit um euch, von dem Herrn geliebte Brüder, dass euch Gott erwählt hat von Anfang zur Seligkeit, in der Heiligung des Geistes und im Glauben der Wahrheit, darein er euch berufen hat durch unser Evangelium zum herrlichen Eigentum unsers Herrn Jesu Christi. So stehet nun, liebe Brüder, und haltet an den Satzungen, in denen ihr gelehrt seid, es sei durch unser Wort oder Brief. Er aber, unser Herr Jesus Christus, und Gott, unser Vater, der uns hat geliebt und uns gegeben einen ewigen Trost und eine gute Hoffnung durch Gnade, der ermahne eure Herzen und stärke euch in allerlei Lehre und gutem Werk.“ (2.Thess 2,13-17)


Zur heutigen Zeit

Nachfolgend ein Auszug mit ergänzenden Bibelzitaten aus: Situation von Kirche und Gesellschaft im Lutherjahr 1996 – Herausgeber im deutschsprachigen Raum: Ev. Aufbruch Mittelrhein, Bonn/Neuwied; Schweizerischer Bund Aktiver Protestanten, Bem; Christen für die Wahrheit, D, CH.:

Bibelstellen:
  • Matthäus, Kap. 24:               Endzeitrede
  • 2. Thessalonicher, Kap. 2: Die Ankunft Christi und der ihr vorausgehende  Verführer; Ermahnung zum Festhalten an der Wahrheit
  • 2.Timotheus, Kap. 3:           Verderbnis der Endzeit; Ermunterung zum Festhalten am Wort Gottes und zur Verkündigung trotz Verfolgung
  • 1.Timotheus, Kap. 4:           Ermahnung, falsche Lehren abzuweisen


Aufruf zur Umkehr
  1. Wenn unser Herr und Meister Jesus Christus spricht: „Tut Buße denn das Himmelreich ist nahe herbeigekommen“ (Matthäus 4,17), will er, dass das ganze Leben der Gläubigen Buße sein soll.
  2. Diese Buße beginnt mit einer Neubesinnung und Trauer über das bisherige falsche Verhalten sowohl des Einzelnen als auch der Kirchen als Gesamtheit.
  3. Wenn die Buße ernsthaft ist, führt sie dazu, dass der Einzelne und die Kirchen das falsche Verhalten, die Sünde hassen und lassen.
  4. Gott verheißt dem Bußfertigen Vergebung und Neuanfang: „Siehe, wenn ich den Himmel verschließe, dass es nicht regnet, oder die Heuschrecken das Land fressen oder eine Pest unter mein Volk kommen lasse und dann mein Volk, über das mein Name genannt ist, sich demütigt, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren, so will ich vom Himmel her hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen“ (2.Chronik 7,13 f).

„So legt nun von euch ab nach dem vorigen Wandel den alten Menschen, der durch Lüste im Irrtum sich verderbt“ (Eph 4,22).

„Zieht den alten Menschen mit seinen Werken aus und ziehet den neuen an, der da erneuert wird zur Erkenntnis nach dem Ebenbilde des, der ihn geschaffen hat, da ist
alles und in allen Christus“ (Kol 3; 9ff).

„Und stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen möget, welches da sei der gute,
wohlgefällige und vollkommene Gotteswille“ (Rö 12,2).

„Denn das Gesetz des Geistes, der da lebendig macht in Christo Jesu, hat mich frei gemacht von dem Gesetz der Sünde und des Todes“ (Rö 8,2).

„Und wer seine Gebote hält, der bleibt in ihm und er in ihm. Und daran erkennen wir, dass er in uns bleibt, an dem Geist, den er uns gegeben hat“ (1.Joh 3,24).


Die gegenwärtige gesellschaftliche Situation
Der Einzelne gefällt sich heute aber in vielerlei Sünden wie z.B. Gottlosigkeit, Hochmut,  Lieblosig-keit, Okkultismus Ungehorsam, Abtreibung, Unzucht, Ehebruch, homosexuellen Praktiken, Drogen-missbrauch, Lüge, Geiz und Diebstahl (vgl. 2.Mo 20,2-17; Rö 1,18-31; 1.Kor 6,9; Gal 5,19-21). Freilich wurden solche Sünden zu allen Zeiten begangen, aber heute werden viele von ihnen öffentlich geduldet und auf das Podest gestellt. „Sie tun es nicht nur, sondern haben auch Gefallen an denen, die es tun“ (Rö 1,32). In vielen Staaten sind die Gesetze aufgeweicht oder abgeschafft worden, die Gotteslästerung, Pornographie, Abtreibung, Euthanasie, homosexuelle Praktiken, Drogenmissbrauch und ähnliches verboten haben. Eine Gesellschaft, die Handlungen duldet oder sogar öffentlich fördert, welche die Heilige Schrift als „Sünde“ und „Greuel“ in den Augen Gottes bezeichnet, gräbt sich ihr eigenes Grab. Sie wird gerichtsreif. „Gerechtigkeit erhöht ein Volk, aber die Sünde ist der Leute Verderben“ (Spr 14,34). Viele Staaten gleichen heute dem Römischen Reich vor seinem Untergang: Die innere Ursache seines Zerfalls war die sittliche Dekadenz. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis auch heutige Staats- und Gesellschaftssysteme, die sich gegen Gottes Gebote stellen, zerfallen.

Das Versagen der Kirchen
In dieser Situation müssten die Kirchen vor Ort und weltweit ihren Auftrag wahrnehmen, „Licht“ und „Salz“ zu sein und sich dieser Entwicklung entgegen zu stellen (Mt 5,13-16; Rö 12,2; Eph 5,11). Tun sie dies nicht, dann stehen sie unter dem Gericht, das Gott über den untreuen Wächter ausspricht: „Wenn ich dem Gottlosen sage: Du musst des Todes sterben! Und du warnst ihn nicht und sagst es ihm nicht, um den Gottlosen vor seinem Gottlosen Wege zu warnen, damit er am Leben bleibe, - so wird der Gottlose um seiner Sünde willen sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern“ (Hes 3,18). Viele Kirchen fallen immer mehr von ihrer Bestimmung ab, das Evangelium zu verkünden und Gottes Gebote zu verteidigen. Den Ideologien des Zeitgeistes ausgeliefert, verliert eine Kirche ihre Orientierung. Eine orientierungslose Kirche aber kann dem Einzelnen keine Orientierung mehr geben.

Die Preisgabe der Heiligen Schrift
Die Orientierungslosigkeit begann mit der Preisgabe der Grundlage allen Glaubens und Erkennens, der Heiligen Schrift. Die Heilige Schrift ist zwar äußerlich in vielen Kirchen noch in Gebrauch, aber sie wird häufig der Tyrannei der autonomen, selbstherrlichen Vernunft unterworfen, welche sie kritisch in ihre Bestandteile zerlegt und Gottes Offenbarung leugnet.

„Der Herr aber sprach zu ihm: Ihr Pharisäer haltet die Becher und Schüsseln auswendig reinlich, aber euer Inwendiges ist voll Raubes und Bosheit. Ihr Narren, meinet ihr, dass es inwendig rein sei, wenn‘s auswendig rein ist?[...] Weh euch Schriftgelehrten! Denn ihr habt den Schlüssel der Erkenntnis weggenommen. Ihr kommt nicht hinein und wehret denen, die hinein wollen“ (Lk 11, 39 ff).

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler, die ihr die Becher und Schüsseln auswendig reinlich haltet, inwendig aber ist‘s voll Raubes und Fraßes!“ (Mt 23,25).

„Weh euch, Schriftgelehrte und Pharisäer, ihr Heuchler“ (Mt 23,27).

Zu Recht betet Zinzendorf: „Wenn dein Wort nicht mehr soll gelten, worauf soll der Glaube ruhn? Mir ist‘s nicht um tausend Welten, aber um dein Wort zu tun.“ Da die Kirche eine „Schöpfung des Wortes Gottes“ ist, hört sie dann auf, Kirche zu sein, wenn sie das Wort Gottes preisgibt. Und wenn das Wort Gottes preisgegeben wird, braucht man sich über die Folgen nicht zu wundern: Auf die Preisgabe des Wortes Gottes folgt die Preisgabe der Inhalte des Wortes – und das heißt: die Auflösung biblischer Lehre und biblischen Lebens.

Die Auflösung der biblischen Lehre von Gott
Die Auflösung biblischer Lehre beginnt mit der Auflösung des biblischen Verständnisses von Gott. Entgegen den klaren Aussagen der Heiligen Schrift werden von vielen „Theologen“ Gottes dreieiniges Wesen und seine Allmacht, seine Heiligkeit und Gerechtigkeit geleugnet oder bis zur Unkenntlichkeit umgedeutet. So ist Jesus Christus kein bloßer Mensch, kein Geschöpf Gottes, sondern wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich.

„Ich und der Vater sind Eins“( Joh 10,30).
„Wer Mich sieht, sieht Den, der Mich gesandt hat!“(Joh 12,45).
„Wer Mich sieht, sieht den Vater“ (Joh 14,9).
„Denn in Christus wohnt die ganze Fülle der Gottheit leibhaftig“ (Kol 2,9).
[Und dies ist nur möglich, wenn Gott-Vater und Gott-Sohn eine einzige Person: Jesus-Jehova sind.]


Die Auflösung der biblischen Lehre von Sünde und Erlösung
Wo die biblische Lehre von Christus entleert wird, wird auch die biblische Lehre von der Sünde und Erlösung entleert. Die Verharmlosung oder Leugnung der Sünde im biblischen Sinne zeigt sich heute in verschiedenen Auffassungen in Gesellschaft und Kirche, z.B. in den Behauptungen, praktizierte Homosexualität sei weder sündhaft noch krankhaft, Pornographie, Abtreibung und Euthanasie seien nicht zu verurteilen und die Freigabe von Drogen würde helfen, die Kriminalität einzudämmen.
Aber: „wehe denen, die Böses gut und Gutes böse nennen, die aus Finsternis Licht und aus Licht Finsternis machen, die aus sauer süß und aus süß sauer machen“ (Jes 5, 20). Nach wie vor gilt, dass „in keinem anderen“ als Jesus Christus „das Heil ist, auch ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, durch den wir sollen selig werden“ (Apg 4, 12).

Das Eindringen fremder Geister in den Raum der Kirchen
Je mehr eine Kirche sich dem Zeitgeist anpasst, desto mehr steht sie in der Gefahr, nicht nur den Geist Gottes aus ihrer Mitte zu vertreiben, sondern auch fremde Geister durch die Hintertür hereinzuholen. „Was die Heiden opfern, das opfern sie den Dämonen und nicht Gott“ (1.Kor 10,20).

„Ihr sollt euch keine Götzen machen, denn ich bin der Herr, euer Gott“ (3. Mo 26,1).

Die Verweltlichung der Kirchen
Je „zeitgemäßer“ und „weltoffener“ eine Kirche sein will, desto mehr steht sie in der Gefahr, ihr eigentliches Wort zu vergessen, das sie einer weithin atheistischen und verunsicherten Bevölkerung schuldet.

„Predige ich denn jetzt Menschen (zu Dienst) oder Gott zu Dienst? Oder gedenke ich,
Menschen gefällig zu sein? Wenn ich den Menschen noch gefällig wäre, so wäre ich Christi Knecht nicht“ (Gal 1,10).

„Wie könnet ihr glauben, die ihr Ehre voneinander nehmet? Und die Ehre, die von Gott allein ist, suchet ihr nicht“ (Joh 5,44).

„Denn sie hatten lieber die Ehre bei den Menschen als die Ehre bei Gott“ (Joh 12,43).

Eine Kirche, die sich den Geistern der Zeit und den Tagesparolen der Politik von rechts oder links anpasst, kann nicht mehr verändernd in die Welt hineinwirken, sondern wird vom Sog der Welt fortgerissen. Sie verfällt der Verweltlichung und macht sich selber überflüssig.

„Denn wir haben nicht mit Fleisch und Blut zu kämpfen, sondern mit Fürsten und Gewaltigen, nämlich mit den Herren der Welt, die in der Finsternis dieser Welt herrschen, mit den bösen Geistern unter dem Himmel“ (Eph 6,12).

„Und ich sah aus dem Munde des Drachen und aus dem Munde des Tiers und aus dem Munde des falschen Propheten drei unreine Geister gehen, gleich den Fröschen; denn es sind Geister der Teufel, die tun Zeichen und gehen aus zu den Königen auf dem ganzen Kreis der Welt, sie zu versammeln in den Streit auf jenen Tag Gottes, des Allmächtigen“ (Off 16,13f).

Der Ausweg kann nur darin liegen, Buße zu tun, ganz neu auf das Wort Gottes zu hören, das uns in Gestalt der Heiligen Schrift gegeben ist, und dieses der Welt zuzurufen in Wort und Tat.

Das Verhalten der Gläubigen angesichts des gegenwärtigen Gerichts
Dass vielen Kirchen heute die Kraft und Eindeutigkeit für biblisch verankerte Lehr- und Lebensäußer-ungen fehlt, ist bereits Gericht Gottes (1.Petr 4,17) und Auswirkung des endzeitlichen Abfalls vom rettenden Glauben (Mt 24,12; 2.Thess 2,3). Eine Kirche, die zunehmend zur Hure wird, stellt sich immer mehr der Welt gleich, vermischt heidnische Götzen mit dem Gott der Bibel, strebt nach Geld, Macht und weltlicher Anerkennung, achtet die Gebote Gottes und die Erlösung durch Jesus Christus gering und bringt die wahren Gläubigen zunehmend in Bedrängnis (0ff 17 f.). Dennoch sind die Gläubigen aufgerufen, weiterhin zu glauben, zu lieben und zu hoffen sowie für ihre Verleumder und Verfolger zu beten, damit auch diese zur Buße finden (Mt 5,44).

Vor allem aber sind die Gläubigen aufgerufen, dem Herrn und Heiland Jesus Christus treu zu bleiben, jedem Geist der Vermischung und Weltanpassung zu widerstehen.

„sondern meiden auch heimliche Schande und gehen nicht mit Schalkheit (Arglist, betrügerische Gesinnung) um, fälschen auch nicht Gottes Wort, sondern mit Offenbarung der Wahrheit beweisen wir uns wohl an aller Menschen Gewissen vor Gott“ (2.Kor 4,2).

Das Festhalten am Missionsauftrag
Der Missionsauftrag läuft zur Verführung parallel und wird erst enden, wenn Jesus wiederkommt in Macht und Herrlichkeit (Mt 24,14). Mission (im Sinne der Bekehrung Ungläubiger zu Jesus Christus) ist die positive Antwort der Gläubigen auf die zahlreichen Verführungen. Wo eine Kirche als Gesamtheit den Missionsauftrag nicht mehr wahrnehmen will oder kann, sind die einzelnen Gläubigen aufgerufen, durch freie Gründungen oder Unterstützung bibeltreuer Missionswerke diesen Dienst zu tun. Durch den Dienst bibeltreuer Missionswerke können neue Gemeinden und Kirchen entstehen, die gegebenenfalls die vom christlichen Glauben abgefallenen Kirchen ersetzen.

Die Frage des Kirchenaustritts
Der einzelne Gläubige ist aufgerufen, anhand der Heiligen Schrift selber zu prüfen, inwieweit seine Kirche auf der Grundlage des Wortes Gottes steht oder nicht. Die Missstände können jedoch so groß werden, dass für einen Gläubigen aus Gewissensgründen und Gehorsam gegenüber dem Herrn Jesus Christus ein Austritt unausweichlich wird. Tritt der Gläubige aus einer Kirche aus, die sich weit von der Heiligen Schrift entfernt hat, darin darf er gewiss sein, dass er nicht aus der Kirche Jesu Christi austritt, sondern nur aus einer Institution, die sich zu Unrecht noch „Kirche“ nennt.

Die wahre Kirche (die Gemeinde Jesu Christi), die auch nicht vollkommen ist, aber deren Glieder sich doch um ein Leben aus der Kraft Christi und nach den Lehren der Heiligen Schrift bemühen, lebt außerhalb dieser Institution weiter und findet neue Formen ihrer Gemeinschaftsbildung. Nur für diese gilt: „Die Pforten der Hölle werden sie nicht überwältigen“ (Mt 16,18).

„Aber der Allerhöchste wohnt nicht in Tempeln, die mit Händen gemacht sind“ (Apg 7,48).

Was hat der Tempel Gottes für Gleichheit mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: „Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt kein Unreines an, so will ich euch annehmen, euer Vater sein, und ihr sollt meine Söhne und Töchter sein, spricht der allmächtige Herr“ (2.Kor 6,16ff ).


Grundlagen einer Reformation der Kirche
Egal in welcher Kirche sich ein Gläubiger befindet – jede Kirche benötigt eine Reformation im Sinne einer geistlichen Erneuerung. Diese kann immer nur beim Einzelnen beginnen: durch die Erkenntnis der persönlichen Schuld und Unfähigkeit, der Umkehr und das Vertrauen auf die Gnade und Kraft Jesu Christi. Allein aus Gnaden und durch den werktätigen Glauben werden wir gerettet.

Wahre und falsche Einheit
Eine wahre Reformation im Sinne einer geistlichen Erneuerung führt über die Buße und Veränderung vieler Einzelner zu einer neuen Gemeinschaft im Geiste – zunächst unsichtbar, dann aber auch zunehmend sichtbar. Die Zerrissenheit der Gläubigen in vielfach einander bekämpfende Gruppen und Grüppchen ist Ungehorsam gegenüber Gott, eine Schande vor der Welt und eine Lähmung des Missionsauftrages (vgl. Joh 17,20 f.). Sie muss aber kein unüberwindliches Hindernis sein, wenn sich die Gläubigen auf das Zentrum des Evangeliums, die Rechtfertigung des Sünders allein aus Gnaden, besinnen und ihre Einheit im Wesentlichen entdecken: „Im Wesentlichen Einheit, im Unwesentlichen Freiheit, über allem die Liebe.“
Die durch Gottes Wort und Buße bewirkte Einheit der Gläubigen kann und wird keine Einheit auf Kosten der biblischen Wahrheit sein, sondern die Einheit in der Wahrheit Christi (Joh 14,6; 17,11.17; Eph 2,14). Wahre Einheit umfasst nur diejenigen, die an Jesus Christus glauben, die sein Wort als „die Wahrheit“ behalten, die in der Welt, aber nicht von der Welt sind und die daher von der Welt gehasst werden (Joh17). Falsche Einheit hingegen umfasst die ganze Menschheit und „hurt“ mit allen möglichen Ideologien (Off 13 und 17 f.). Wahre Einheit schenkt Gott durch Missionierung und Evangelisierung aller Völker, durch den klaren Ruf zum rettenden Glauben und zur Lebensübergabe an Jesus Christus (Mt 28,18-20, Joh 17, 6 ff.). Falsche Einheit umgeht diesen Ruf zur Bekehrung, indem sie politische Probleme und Selbsterlösungsversuche einer sich als autonom verstehenden Menschheit in den Vordergrund stellt – einer Menschheit ohne Gott, welche „die Liebe zur Wahrheit nicht angenommen hat zu ihrer Rettung“ und ihre Zuspitzung im Antichristen findet, der „sich selbst in den Tempel Gottes setzt und vorgibt, er sei Gott“ (2.Thess 2, 4.10).
Wahre Einheit duldet keine Irrlehre (Gal 1, 6-10; 2.Joh 9-11; Jud 3 ff.). Falsche Einheit duldet Irrlehre und fördert sie infolge der Vermischung der Ideologien und Religionen sogar noch.

Der Auftrag des einzelnen Gläubigen
Jeder einzelne Gläubige ist aufgerufen, das „allgemeine Priestertum“ (vgl. 1.Petr 2, 9) zu praktizieren, und das heißt: sein Mandat als Christ zur Prüfung von Lehre und Leben anhand der Heiligen Schrift wahrzunehmen. Dazu gehört auch der Auftrag, dem Zeitgeist Widerstand zu leisten und bei unbiblischen Entwicklungen nicht zu schweigen. „Nicht mit Gewalt, sondern mit dem Wort“ kämpfen wir (Martin Luther). Jeder einzelne Gläubige ist eingeladen, durch Bibellese und Gebet täglich in der Verbindung mit Gott zu bleiben und sich Stärkung und Korrektur schenken zu lassen.
Er ist aufgerufen, die Botschaft von Jesus Christus so, wie die Bibel sie uns vermittelt, ohne Einschränkungen, Abstriche und Hinzufügungen zu verkündigen. Er ist aufgerufen, die Bibel auch in ihren ethischen und dem Zeitgeist widersprechenden Aussagen ernst zu nehmen und danach zu leben.
Er ist aufgerufen, einen erwecklich-missionarischen Gemeindeaufbau zu betreiben bzw. an einem solchen mitzuwirken.

Ausblick
Die gegenwärtigen Entwicklungen in Kirche und Gesellschaft sind in der Heiligen Schrift vorausgesagt. Sie kennzeichnen die Zeit, wenn Satans antichristlicher Weltherrscher auftreten wird.
„Das sollst du aber wissen, dass in den letzten Tagen böse Zeiten kommen werden. Denn die Menschen werden nur sich selbst, ihr Geld und ihre Ehre lieben. Sie werden sich selbst groß machen und Gott lästern. Sie werden ihren Eltern nicht gehorchen, undankbar sein und alles Heilige in den Schmutz ziehen. Sie werden sich anderen gegenüber lieblos und unversöhnlich, verleumderisch und unbeherrscht verhalten. Verräter sind sie, Frevler und eingebildete Narren. Sie lieben die Lüste mehr als Gott, täuschen Gottesfurcht vor und rechnen doch nicht mit seiner Macht. Sie sind mit Sünden beladen und von mancherlei Begierden getrieben. Immer sind sie auf neue Lehren aus und kommen nie zur Erkenntnis der Wahrheit (2.Tim 3, 1-7). „Lasset euch niemand verführen in keinerlei Weise; denn er (Jesus)kommt nicht, es sei denn, dass zuvor der Abfall komme und offenbart werde der Mensch der Sünde, das Kind des Verderbens, da ist der Widersacher und sich überhebt über alles, was Gott oder Gottesdienst heißt, also dass er sich setzt in den Tempel Gottes als ein Gott und gibt sich aus, er sei Gott“ (2.Thess 2,3f). „Der Geist sagt deutlich, dass in den letzten Zeiten werden etliche von dem Glauben abtreten und anhangen den verführerischen Geistern und Lehren der Teufel“ (1.Tim 4,1). Jesus Christus aber wird wiederkommen in Macht und Herrlichkeit und dem „Menschen der Gesetzlosigkeit“ ein Ende machen: „und alsdann wird der Boshafte offenbart werden, welchen der Herr umbringen wird mit dem Geist seines Mundes und durch die Erscheinung seiner Zukunft ihm ein Ende machen (2.Thess 2, 8). Da wir aber nicht wissen, wann Jesus wiederkommt, gilt es zu wirken, solange es Tag ist. Wir wirken für Jesus Christus aus Dankbarkeit für sein stellvertretendes Opfer am Kreuz und in Liebe zu Ihm – in der Gewissheit, dass Ihm der Sieg gehört. „Aber der feste Grund Gottes besteht und hat dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen; und: Es lasse ab von Ungerechtigkeit, wer den Namen des Herrn nennt“ (2.Tim 2,19).

***
Verhaltenswinke
„Ziehet nicht am fremden Joch mit den Ungläubigen. Denn was hat die Gerechtigkeit zu schaffen mit der Ungerechtigkeit? Was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis? Wie stimmt Christus mit Belial? Oder was für ein Teil hat der Gläubige mit dem Ungläubigen? Was hat der Tempel Gottes für Gleichheit mit den Götzen? Ihr aber seid der Tempel des lebendigen Gottes; wie denn Gott spricht: "Ich will unter ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein. Darum gehet aus von ihnen und sondert euch ab“ (2. Kor 6,14ff ).
„Kaufet die Zeit aus; denn es ist böse Zeit“ (Eph 5,16) und „stellet euch nicht dieser Welt gleich, sondern verändert euch durch die Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen möget, welches da sei der gute, wohlgefällige und vollkommene Gotteswille“( Rö 12,2).
Gehört nicht zu denen, von denen Gott sagt: „Dies Volk naht sich zu mir mit seinem Munde und ehrt mich mit seinen Lippen, aber ihr Herz ist fern von mir“ (Mt 15,8), sondern seid werktätig in der uneigennützigen Liebe, denn „was hilfst, liebe Brüder, so jemand sagt, er habe den Glauben, und hat doch die Werke nicht? Also auch der Glaube, wenn er nicht Werke hat, ist er tot an ihm selber“ (Jak 2,14ff ).
Gott „will ich nicht, dass ihr in der Teufel Gemeinschaft sein sollt. Ihr könnt nicht zugleich trinken des Herrn Kelch und der Teufel Kelch; ihr könnt nicht zugleich teilhaftig sein des Tisches des Herrn und des Tisches der Teufel. Oder wollen wir dem Herrn trotzen? Sind wir stärker denn er?“(1.Kor 10,14ff). „Welcher nun unwürdig von diesem Brot isset oder von dem Kelch des Herrn trinket, der ist schuldig an dem Leib und Blut des Herrn; welcher unwürdig isset und trinket, der isset und trinket sich selber zum Gericht, damit, dass er nicht unterscheidet den Leib des Herrn“ (1.Kor 11,27f).

„Die Pforte ist eng, und der Weg ist schmal, der zum Leben führt“(Mt 7,13 u.14). - Doch es lohnt sich, ihn zu gehen!








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