Demut und Hochmut - Bibelverstehen - Bibelverstehen

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Demut und Hochmut

Jesus gibt uns viele Hinweise über Demut und Hochmut und wie wir mit diesen Eigenschaften umgehen sollten. Demnach bedeutet Demut Mut zum Dienen und hat nichts mit Anpasserei oder Kriechertum zu tun, sondern ist der freiwillige Gehorsam und die Umsetzung von Gottes Willen durch das Halten Seiner Gebote und Ausrichten seines Lebens nach Seinen Liebegesetzen. Hochmut ist das blanke Gegenteil, er entspringt der Eigenliebe, die nicht dienen, sondern bedient werden will. Schauen wir uns diese beiden wichtigen Attribute im Nachstehenden etwas näher an.

Was ist unter Demut im religiösen Sinn zu verstehen?
Demut bedeutet im religiösen Sinn das Anerkennen und sich Beugen unter die  Allmacht Gottes und beschreibt somit die innere Einstellung eines Menschen zu Ihm, die wie folgt ihren Ausdruck finden sollte:

  • Gott achten, anbeten und Ihm dienen.

„Jesus antwortete ihm und sprach: Es steht geschrieben: Du sollst Gott, deinen Herrn, anbeten und ihm allein dienen.“ (Lk 4,8)

  • Gott lieben und sich Ihm vollkommen ergeben.

„Jesus aber sprach zu ihm: Du sollst lieben Gott, deinen Herrn, von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte.“ (Mt 22,37)

  • Gott ehren und loben, weil man erkennt, dass alles, was man ist, hat und bewirkt, von Gottes Gnade ist und man dessen als ein sündiger Mensch gar nicht würdig ist.

„Ich harrte des Herrn; und er neigte sich zu mir und hörte mein Schreien und zog mich aus der grausamen Grube und aus dem Schlamm und stellte meine Füße auf einen Fels, dass ich gewiss treten kann; hat mir ein neues Lied in meinen Mund gegeben, zu loben unsern Gott. Das werden viele sehen und den Herrn fürchten und auf ihn hoffen. Wohl dem, der seine Hoffnung setzt auf den Herrn und sich nicht wendet zu den Hoffärtigen und zu denen, die mit Lügen umgehen!“ (Ps 40,2ff)

  • Alle Schicksalsschläge (Krankheit, Leid und Not) dankbar annehmen, sich damit unter den göttlichen Willen mit der Gewissheit unterordnen, dass bestimmte Situationen von Gott zugelassen werden, um uns näher zu Ihm zu ziehen.

„seid dankbar in allen Dingen; denn das ist der Wille Gottes in Christo Jesu an Euch“ (1.Thess 5,18). „[…] saget Dank allezeit für alles Gott und dem Vater in dem Namen unsers Herrn Jesu Christi, und seid untereinander untertan in der Furcht Gottes.“ (Eph 5,20f)

Was lehrt die Demut gegenüber unserem Nächsten?
  • Klein zu sein und sich über niemanden hochmütig zu erheben, sondern sich selbst stets als den Geringsten zu betrachten: „Nichts tut durch Zank oder eitle Ehre; sondern durch Demut achte einer den andern höher denn sich selbst.“ (Phil 2,3)

  • Unserem Nächsten von ganzem Herzen zu vergeben, wenn er gegen uns gesündigt oder uns verletzt hat: „So ziehet nun an, als die Auserwählten Gottes, Heiligen und Geliebten, herzliches Erbarmen, Freundlichkeit, Demut, Sanftmut, Geduld; und vertrage einer den andern und vergebet euch untereinander, so jemand Klage hat wider den andern; gleichwie Christus euch vergeben hat, also auch ihr.“ (Kol 3,12f)

  • Ihn in seiner Schwäche zu ertragen: „mit aller Demut und Sanftmut, mit Geduld, und vertraget einer den andern in der Liebe.“ (Eph) 4,2

Doch am meisten wird durch das Dienen die Demut gefördert: „Sondern, so jemand will unter euch gewaltig sein, der sei euer Diener; und wer da will der Vornehmste sein, der sei euer Knecht, gleichwie des Menschen Sohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.“ (Mt 20,26ff)

Der Unterschied zwischen Demut und Demütigung
Nicht zu verwechseln ist die Demut mit der Demütigung. Wahre Demut ist ein Dienst an Gott und dem Nächsten aus wahrer, selbstloser Lieber heraus, während die Demütigung eine Erniedrigung oder Beschämung darstellt, die der Stärkere dem Schwächeren zufügt.

Demut ist auch nicht ein sich klein machen oder das Leugnen des eigenen Wertes, sondern die realistische Selbsteinschätzung des Menschen in seiner Position in der Welt: Seine eigene Geringfügigkeit im Vergleich mit der Größe Gottes, aber zugleich seine Würde und sein Wert als Geschöpf und Kind Gottes.

Im Alten wie im Neuen Testament ist Demut eine wesentliche Eigenschaft des wahren Gläubigen und desjenigen, der mit Gott im Reinen ist. So sagt uns Micha, dass Gott von uns eine demütige Haltung erwartet: „Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott.“ (Mi 6,8)
Ein solches demütiges Wandeln mit und vor Gott vollendet Seinen Anspruch an den Menschen:  „Denn also spricht der Hohe und Erhabene, der ewiglich wohnt, des Name heilig ist: Der ich in der Höhe und im Heiligtum wohne und bei denen, die zerschlagenen und demütigen Geistes sind, auf dass ich erquicke den Geist der Gedemütigten und das Herz der Zerschlagenen.“ (Jes 57,15)

Warum verlangt Gott die Demut von uns?
Demut ist die Voraussetzung zur Liebefähigkeit und Hingabe an Gott, und nur im Zustand der tiefsten Demut kann der Mensch Gott am nächsten sein. Dies ist auch der Grund, warum Gott Menschen demütigt, denn Er möchte alle zu Sich zurück-bringen: „Alle Gebote, die ich dir heute gebiete, sollt ihr halten dass ihr darnach tut, auf dass ihr lebt und gemehrt werdet und hineinkommt und einnehmet das Land, das der Herr euren Vätern geschworen hat. Und gedenke alles des Weges, durch den dich der Herr, dein Gott, geleitet hat diese vierzig Jahre in der Wüste, auf dass er dich demütigte und versuchte, dass kund würde, was in deinem Herzen wäre, ob du seine Gebote halten würdest oder nicht. Er demütigte dich und ließ dich hungern und speiste dich mit Man, das du und deine Väter nie gekannt hattet; auf dass er dir kundtäte, dass der Mensch nicht lebt vom Brot allein, sondern von allem, was aus dem Mund des Herrn geht“ (5. Mo 8,1-3). Und so demütigen sich  Menschen vor Gott, um von Ihm angenommen zu werden und Seinen Segen zu empfangen: „Hast du nicht gesehen, wie sich Ahab vor mir bückt? Weil er sich nun vor mir bückt, will ich das Unglück nicht einführen bei seinem Leben; aber bei seines Sohnes Leben will ich das Unglück über sein Haus führen“ (1. Kön 21,29). „Siehe, wenn ich den Himmel zuschließe, dass es nicht regnet, oder heiße die Heuschrecken das Land fressen oder lasse Pestilenz unter mein Volk kommen, und mein Volk sich demütigt, das nach meinem Namen genannt ist, dass sie beten und mein Angesicht suchen und sich von ihren bösen Wegen bekehren werden: so will ich vom Himmel hören und ihre Sünde vergeben und ihr Land heilen. So sollen nun meine Augen offen sein und meine Ohren aufmerken auf das Gebet an dieser Stätte“ (2. Chr 7,13ff).

Erst durch die Demut wird der Mensch zu einem wahren Kind Gottes. Alle sind von Gott berufen, aber keiner wird eher zu Ihm gelangen, als bis er selbst in aller Liebe und Demut kommen wird und im Herzen von Gott bekennt, dass Er sein Vater ist, und sein Leben nach der den Menschen gegebenen Geboten bzw. der Lehre Jesu nach ausrichtet.
Wer dabei der Letzte und Geringste sein will, der ist bei Gott der Größte, denn nichts als die wahrhafte Demut macht jemanden wahrhaft groß vor Ihm: „Denn die sich demütigen, die erhöht er; und wer seine Augen niederschlägt, der wird genesen“ (Hi 22,29).
„So spricht der Herr: Tue weg den Hut und hebe ab die Krone! Denn es wird weder Hut noch Krone bleiben; sondern der sich erhöht hat, der soll erniedrigt werden, und der sich erniedrigt, soll erhöht werden“ (Hes 21,31), „denn wer sich selbst erhöht, der wird erniedrigt; und wer sich selbst erniedrigt, der wird erhöht“ (Mt 23,12; LK 14,11), und „wer nun sich selbst erniedrigt wie dies Kind, der ist der Größte im Himmel-reich“ (Mt 18,4).

Das Gegenteil von Demut ist der Hochmut. Gott spricht: „Ich will den Erdboden heimsuchen um seiner Bosheit willen und will dem Hochmut der Stolzen ein Ende machen und die Hoffart der Gewaltigen demütigen“ (Jes 13,11). „Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der Demütige wird Ehre empfangen“ (Spr 29,23), und so ist die Demut der Schlüssel zu allem, denn nur der Demütige wird den Segen des Herrn empfangen:
„Allesamt seid untereinander untertan und haltet fest an der Demut. Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade“ (1. Petr 5,5).


Was ist unter dem Hochmut zu verstehen?
Unter Hochmut (Hoffart), wozu auch Anmaßung (Dünkel), Überheblichkeit und Arroganz gezählt werden, ist die Haltung eines Menschen zu verstehen, der den Wert und Rang (Standesdünkel) oder die Fähigkeiten seiner eigenen Person besonders hoch veranschlagt. Er entspringt der Eigenliebe.

Ist Hochmut eine große Sünde?
Der Hochmut ist die Mutter aller anderen Sünden, denn, so erklärt uns die Bibel, aus Hochmut ist die erste Übertretung aus Gottes Ordnung geschehen, nämlich Satans Fall auf die Erde: „Wie bist du vom Himmel gefallen, du schöner Morgenstern! Wie bist du zur Erde  gefällt, der du die Heiden schwächtest! Gedachtest du doch in deinem Herzen: "Ich will in den Himmel steigen und meinen Stuhl über die Sterne Gottes erhöhen; ich will mich setzen auf den Berg der Versammlung in der fernsten Mitternacht; ich will über die hohen Wolken fahren und gleich sein dem Allerhöchsten." Ja, zur Hölle fährst du, zur tiefsten Grube.“ (Jes14,12-15), obwohl Satan zuvor als sündlos wie andere Engel Gottes beschrieben wird: „Du warst ohne Tadel in deinem Tun von dem Tage an, da du geschaffen wurdest, bis sich deine Missetat gefunden hat.“ (Hes 28,15ff), wobei er noch bei seinem Fall viele weitere Engel mitgerissen hat: „Und es erschien ein anderes Zeichen im Himmel, und siehe, ein großer, roter Drache, der hatte sieben Häupter und zehn Hörner und auf seinen Häuptern sieben Kronen; und sein Schwanz zog den dritten Teil der Sterne des Himmels hinweg und warf sie auf die Erde… Und es ward ausgeworfen der große Drache, die alte Schlange, die da heißt der Teufel und Satanas, der die ganze Welt verführt, und ward geworfen auf die Erde, und seine Engel wurden auch dahin geworfen […] Weh denen, die auf Erden wohnen und auf dem Meer, denn der  Teufel kommt zu euch hinab und hat einen großen Zorn und weiß, dass er wenig Zeit hat.“ (Offbg 12,3ff).

Aus Hochmut also, dem Wunsch des Gleichseins mit dem Allerhöchsten, hatte die Sünde ihren Anfang, und so gibt es eigentlich vor Gott nur eine einzige Sünde, aus der dann alle anderen Sünden hervorgehen wie Selbstsucht, Herrschlust, Neid, Geiz, Wucher, Betrug, Diebstahl, Raub, Mord, Zorn, Hang zum Wohlleben und Großtun, Trägheit, Unzucht, Gottvergessenheit und Gottlosigkeit, Ungehorsam gegen alle Gesetze, ob göttlich oder politisch.

Und so wird in der Bibel auch immer wieder gezeigt, dass Hochmut Gott widerfällig ist:

„Nun aber rühmet ihr euch in eurem Hochmut. Aller solcher Ruhm ist böse.“ (Jak 4,16)

„So wahr ich lebe, spricht der Herr: […] Siehe, das war deiner Schwester Sodom Missetat: Hoffart und alles vollauf und guter Friede, den sie und ihre Töchter hatten; aber den Armen und Dürftigen halfen sie nicht, sondern waren stolz und taten Gräuel vor mir; darum ich sie auch weggetan habe, da ich begann dareinzusehen.“ (Hes 16,49)

„Habt nicht lieb die Welt noch was in der Welt ist. So jemand die Welt liebhat, in dem ist nicht die Liebe des Vaters. Denn alles, was in der Welt ist: des Fleisches Lust und der Augen Lust und hoffärtiges Leben, ist nicht vom Vater, sondern von der Welt. Und die Welt vergeht mit ihrer Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.“ (1. Joh 2,15ff)

„Wer zu Grunde gehen soll, der wird zuvor stolz; und Hochmut kommt vor dem Fall.“ (Spr 16,18)

Um alle Sünden auf einmal loszuwerden, muss man sich demnach des Hochmuts entledigen, da er der alleinige Urgrund aller Sünden ist. Wie dies möglich ist, zeigt das Gleichnis von dem Pharisäer und Zöllner im Tempel: „Es gingen zwei Menschen hinauf in den Tempel, zu beten, einer ein Pharisäer, der   andere ein Zöllner. Der Pharisäer stand und betete bei sich selbst also: Ich danke dir, Gott, dass ich nicht bin wie die anderen Leute, Räuber, Ungerechte, Ehebrecher, oder auch wie dieser Zöllner. Ich faste zweimal in der Woche und gebe den Zehnten von allem, was ich habe. Und der Zöllner stand von ferne, wollte auch seine Augen nicht aufheben gen Himmel, sondern schlug an seine Brust und sprach: Gott, sei mir Sünder gnädig! Ich sage euch: Dieser ging hinab gerechtfertigt in sein Haus vor jenem.“ (Lk 18,10ff)

Wie kann man den Hochmut ablegen?
Der Gegensatz zum Hochmut ist die Demut. Wo kein Hochmut ist, da ist die Liebe, die in sich alle Demut birgt, und so tilgen Liebe und Demut alle Fehler und Sünden.

„Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig sein vor deinem Gott. (Micha 6,8)
„Nehmet auf euch mein Joch und lernet von mir; denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ (Mt 11,29)

Der Hochmut jedoch belebt alle anderen Sünden, da er die Hauptsünde der Menschen ist.

„Dein Trotz und dein Hochmut hat dich betrogen, weil du in Felsenklüften wohnst und hohe Gebirge innehast. Wenn du denn gleich dein Nest so hoch machtest wie der Adler, dennoch will ich dich von dort herunterstürzen, spricht der Herr.“ (Jer 49,16)
„Ich will den Erdboden heimsuchen um seiner Bosheit willen und will dem Hochmut der Stolzen ein Ende machen und die Hoffart der Gewaltigen demütigen“ (Jes 13,11)

Der Ranglust folgen dann der Zorn und die Hinterlist. Diese Sünde ist die Quelle alles Übels unter den Menschen. Sie ist verantwortlich für Kriege und Tyrannei; kein anderes Laster zieht so viele Menschen ins Verderben wie dieses.

„Wir hören aber von dem Hochmut Moabs, dass er gar groß ist, dass auch ihr Hochmut, Stolz und Zorn größer ist denn ihre Macht.“ (Jes 16,6)

Weil die Menschen jedoch das größte Gefallen an der Rangsucht haben, da jeder lieber ein hochgeehrter Herr als ein untergebener Diener sein will, ist jedes Übel leichter als dieses auszurotten.

Um die Rangsucht, und damit den Hochmut loszuwerden, bedarf es also der Demut, die es zu üben heißt, um vor Gott Gnade zu finden und einst in Sein Reich eingehen zu können:

„Suchet den Herrn, alle ihr Elenden im Lande, die ihr seine Rechte haltet; suchet Gerechtigkeit, suchet Demut, auf dass ihr am Tage des Zornes des Herrn möget verborgen werden.“ (Zeph 2,3)

„Desgleichen, ihr Jüngeren, seid untertan den Ältesten. Allesamt seid untereinander untertan und haltet fest an der Demut. Denn Gott widersteht den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.“ (1. Petr 5,5)

„Die Hoffart des Menschen wird ihn stürzen; aber der Demütige wird Ehre empfangen.“ (Spr 29,23)

„Liebet den Herrn[…]! Die Gläubigen behütet der Herrn und vergilt reichlich dem, der Hochmut übt.“ (Ps 31,24)








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