Bergpredigt - Bibelverstehen - Bibelverstehen

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Die Bergpredigt verstehen

Die unter dem Namen Bergpredigt bekannte Lehre Jesu besteht aus Gleichnissen, in denen ein geistiger Sinn verborgen liegt. Nachstehend wollen wir dem nachgehen, was uns Jesus mit dieser Predigt als einen Leitfaden für unser praktisches Leben und Handeln als Christen und Christinnen übermitteln wollte.

Die Bergpredigt ist im Matthäus-Evangelium in den folgenden drei Kapiteln festgehalten:

Kapitel 5: Seligpreisungen; die rechte Gesetzeserfüllung



Kapitel 5


Mt 5,3-12: Versprochene Seligkeiten für die Nachfolger Jesu.

Mt 5,3: „Selig sind, die da geistlich arm sind; denn das Himmelreich ist ihr.“

Oftmals ist es so, dass diejenigen, die sich geistig reich wähnen und meinen, sie hätten das Geistige in seiner Tiefe verstanden, dem geistigen Hochmut verfallen, der ein großes Übel und auch eine Sünde ist, denn der ihn besitzt, dünkt sich besser als seine Brüder und Schwestern und erhebt sich zu seiner eigenen Eitelkeitsbefriedigung über sie und möchte für sein geistiges Wissen bewundert und verehrt werden. Davor sollen wir uns hüten und geistlich arm sein, d.h. uns bewusst bleiben, dass egal welche geistige Fortentwicklung wir auch gemacht haben, wir dies der Gnade Gottes verdanken, noch lange nicht ausgelernt haben, dabei nicht besser als unsere Geschwister sind, und sollten ihnen darüber hinaus mit unserem Wissen auch auf ihrer Lebensbahn demütig bleibend weiterhelfen (Jes 57,15).


Mt 5,4: „Selig sind, die da Leid tragen; denn sie sollen getröstet werden.“

Leid gehört zum Leben mit dazu. Durch Leid reifen wir, Leid bringt uns näher zu Gott, da wir gerade in solchen Situationen uns verstärkt an Ihn wenden. Und so wie Jesus Sein Leiden geduldig auf Sich genommen hat, so sollen auch wir uns widerfahrendes Leid tragen, letztendlich dient es uns zu unserer Weiter- und Hinentwicklung zu Gott (Ps 126,5; Off 7,17).


Mt 5,5: „Selig sind die Sanftmütigen; denn sie werden das Erdreich besitzen.“

Wo wahre Liebe herrscht, da ist auch Sanftmut. Sie lehrt uns, den anderen wohlwollend zu ertragen und ihm zu helfen wo es nötig ist. Wer aus diesem Prinzip heraus handelt, lebt in der Ordnung Gottes (Mt 11,29).


Mt 5,6: „Selig sind, die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit; denn sie sollen satt werden.“

Wer Jesus nachfolgt, der erträgt - wie Jesus - auch die ihm begegnenden Ungerechtigkeiten. Jesus schaut in die Herzen der Menschen und sagt: „Ich bin das Brot des Lebens. Wer zu mir kommt, den wird nicht hungern; und wer an mich glaubt, den wird nimmermehr dürsten.“ (Joh 6,35; Joh 4,14; Joh 7,37)


Mt 5,7: „Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen.“

So wie wir uns gegen unsere armen Brüder und Schwestern verhalten, so wird sich auch Gott uns gegenüber verhalten, denn mit welchem Maß wir ausmessen, mit demselben Maß werden wir wieder eingemessen werden (Jak 2,13; Mt 25,45-46).
Jesus lehrt: „Richtet nicht, auf dass ihr nicht gerichtet werdet, und verdammt niemanden, auf dass ihr nicht verdammt werdet. Seid barmherzig, so werdet auch ihr wieder Barmherzigkeit finden.“ Indem wir Barmherzigkeit in unserem Leben umsetzen zeigen wir aller Welt, dass wir wahrhafte Jünger Jesu und in unserem Geist Seine wahren Kinder sind (Mt 25,35-36; Jes 58,7).


Mt 5,8: „Selig sind, die reinen Herzens sind; denn sie werden Gott schauen.“

Solange wir nicht alle in uns haftenden weltlichen Ansichten und Vorlieben aus unserem Herzen herausgeschafft haben, solange wir noch irgendwelchen weltlichen Vergnügungen nachjagen, uns nicht von der Welt und unserem sündhaften Leben losgesagt haben, sind wir noch nicht reinen Herzens und damit unfähig, Gott zu schauen, denn Er kann nur mit einem wahrhaft reinen Herzen geschaut werden (Ps 24,3-5; Jes 48,18; 1. Joh 3-6).


Mt 5,9: „Selig sind die Friedfertigen; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Zorn und damit Wut ist der direkte Gegensatz zur Liebe und macht das Herz unrein. Nur mit einem friedsamen und ruhigen Herzen, in dem die Liebe waltet, können wir uns Dem nahen, Der uns die Kindschaft Gottes verheißen hat. Wer in Seinem Frieden ist und  bleibt, der ist und bleibt darin geborgen (Heb 12,14; Joh 14,27; Phil 4,7; Rö 5,1-2; Kol 3,15).


Mt 5,10: „Selig sind, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden; denn das  Himmelreich gehört ihnen.“

Frei von niederen Gefühlen und damit erhaben über alle menschlichen Leidenschaften sollen wir Jesus als Beispiel vor Augen habend allen mit gleicher Liebe begegnen und helfen, egal ob wir dafür einen Dank erhalten oder nicht. Wir sollen uns an Seine Liebegebote halten und ihretwegen auch Unrecht und Leiden erdulden (1.Petr 3,14). Nie sollen wir von unserem Weg ablassen, denn Er ist der Herr über alle und alles. Ihm zu dienen ist unser höchster Lohn und die höchste Ehre!


Mt 5,11: „Selig seid ihr, wenn euch die Menschen um meinetwillen schmähen und verfolgen und reden allerlei Übles gegen euch, wenn sie dabei lügen.“

Wir sind aufgerufen, in der Welt Zeugnis von unserem Glauben abzulegen. Auch wenn wir um Jesu willen von anderen gehasst, ausgegrenzt und verfolgt werden, auch wenn viel Übles dabei über uns verbreitet und gelogen wird, so sollen wir dennoch Ihm treu bleiben und in Seiner Nachfolge verharren (Mt 10,22; 2.Tim 2,12; Apg 5,41; 1.Petr 4,14). Während das Üble und die Lügen sich gegen ihre Ausbreiter selbst kehren und ihnen ihren Lohn zukommen lassen werden, wird Er stets bei denen verbleiben, die Ihn lieben.


Mt 5,12: „Seid fröhlich und getrost; es wird euch im Himmel wohl belohnt werden; denn ebenso haben sie verfolgt die Propheten, die vor euch gewesen sind.“

Während in einem stets betrübten, traurigen, klagenden, murrenden, mit allem unzufriedenen und dadurch undankbaren Herzen wohl wenig Liebe wohnt, herrscht in einem heiteren und fröhlichen Herzen Hoffnung, Zuversicht und Liebe (Hab 3,16-19; Rö 12,12). Unter Fröhlichkeit soll dabei jedoch keine ausgelassene, unlautere und unsittliche Spaßmacherei verstanden werden, sondern jene Heiterkeit und Munterkeit, die gottergebene Menschen nach gutem und Gott wohlgefälligem Handeln empfinden, aus dem der wahre Friede geboren wird, den die Welt nicht kennt und nur Gott uns geben kann (Joh 14,23+27).
Friede und Freude entspringen aus dem Vertrauen zu Gott. Wer an Gott Freude hat und Ihn liebt, an dem hat auch Er Freude und liebt ihn (Jes 61,10).


Mt 5,13-16: Die Nachfolger Jesu sind aufgerufen, Salz und Licht in der Welt zu sein.

Mt 5,13: Ihr seid das Salz der Erde. Wo nun das Salz dumm wird, womit soll man's salzen? Es ist hinfort zu nichts nütze, denn das man es hinausschütte und lasse es die Leute zertreten."

Das Salz ist die erste und beste Würze für die Speise. Wenn das Salz nun verdorben ist, womit sollen dann die Speisen gewürzt werden?
Das Salz ist die Lehre Jesu. Wer Ihm nachfolgt, ist damit aufgerufen, ein rechtes Salz für das Leben der Menschen zu sein, Seine Lehre wahrhaft zu leben und zu verbreiten. Er soll sie weder verfälschen noch so hin und her wenden, dass sie in sein eigenes weltlich-bequemes Leben passt, und auch nicht anderen zum Gefallen reden gleich den Pharisäern und Schriftgelehrten zu Lebzeiten Jesu, die die Lehre Gottes ihren eigenen Zwecken und Vorteilen anpassten. Wer wie auch immer die Lehre verunreinigt gleicht einem verdorbenen Salz, das niemandem mehr nützlich ist. Von diesem wird sich Gott abwenden und ihn denen überlassen, die ihm wichtiger als Er sind und denen er dienend die göttliche Ordnung verlassen hat (Lk 14,34-35).


Mt 5,14-16: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind. Also lasst euer Licht leuchten vor den Leuten, dass sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Wer der Welt ein Licht sein will, darf der Welt nicht anhängen. Er muss danach streben, die höchst mögliche moralische Höhe zu erreichen. Er muss seine Leidenschaften beherrschen und vertrauensvoll hinnehmen, was immer Gott ihm auch zukommen lässt in dem Wissen, dass es seiner Vervollkommnung dient, ihn näher zu Gott bringt. Er muss einen reinen Lebenswandel haben, damit seine Mitmenschen auch in seinen Taten den Beweis des Gesagten erblicken können. So wird er seinen Brüdern und Schwestern als Wegweiser dienen und als eine Leuchte dastehen, die das Licht der Liebe, des Vertrauens und Verzeihens ausströmt (Phil 2,14-15; Phil 1,9-11; Eph 5,9).


Mt 5,17-20: Jesus erfüllt die Gesetze und Propheten, Er hebt sie nicht auf.

Mt 5,17: „Ihr sollt nicht wähnen, dass ich gekommen bin, das Gesetz oder die Propheten aufzulösen; ich bin nicht gekommen, aufzulösen, sondern zu erfüllen.“

Jesus hat das Gesetz Mose und die Lehre der Propheten nur insoweit aufgehoben, als darin eine äußere, mit irdischen Strafen belegte Nötigung, in einer bestimmten Weise zu handeln, bestand, wodurch das Gesetz einem jedem Menschen ein über ihn herrschender Richter und damit gleichzeitig auch ein bleibendes Gericht darstellte. Ein jeder aber, der unter einem Gesetz lebt, steht dadurch auch im Gericht und ist abgeschnitten von der inneren, göttlichen Lebensfreiheit. Jesus hat durch Sein Erlösungswerk das alte „Muss“-Gesetz aufgehoben, die Menschen dadurch aus dem harten Joch des Gerichts befreit und ihnen ihre volle Freiheit wiedergegeben, so dass sie von da an unter keinem Mussgesetz mehr stehen sollen (Rö 10,4; 1.Joh 2,7).
Die wahre Liebe zu Gott und zum Nächsten erfüllt alle davor den Menschen gegebenen Gesetze Moses und alle Vorschriften und Ermahnungen der Propheten. Wer seine Mitmenschen wahrhaft liebt und darum auch Gott über alles liebt, wird gegen niemanden sündigen, denn er wird niemanden beneiden, hassen, fluchen oder sogar töten. Er wird sich anständig gegen jedermann benehmen, wird jedem gerne das Seinige lassen, wird niemand belügen und betrügen, und keiner wird ein Verlangen nach etwas haben, das einem anderen gehört.
Wer den allein wahren Gott erkennt, an Ihn glaubt und Ihn in der Tat über alles und seine Nächsten, das sind alle Menschen ohne Ausnahme ihrer Hautfarbe, Standes und Glaubens, wie sich selbst liebt und ihnen tut, was er vernünftigermaßen auch wünschen kann, dass sie ihm dasselbe tun möchten, der erfüllt dadurch das ganze Gesetz und auch alles, was die Propheten gelehrt haben (Mt 3,15; Rö 3,31; Joh 13,34).


Mt 5,18: „Denn ich sage euch wahrlich: Bis dass Himmel und Erde zergehen, wird nicht zergehen der kleinste Buchstabe noch ein Tüttel vom Gesetz, bis dass es alles geschehe.“

Himmel und Erde werden vergehen, aber Gottes Worte und Verheißungen bleiben bis in alle Ewigkeit bestehen (Lk 16,17).


Mt 5,19-20: „Wer nun eines von diesen kleinsten Geboten auflöst und lehrt die Leute also, der wird der Kleinste heißen im Himmelreich; wer es aber tut und lehrt, der wird groß heißen im Himmelreich. Denn ich sage euch: Es sei denn eure Gerechtigkeit besser als der Schriftgelehrten und Pharisäer, so werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.“

Wenn wir die Begriffe Gerechtigkeit, Liebe, Demut und Verzeihung nicht genau so nehmen wie sie gemeint sind und sie nicht in unserem Leben umsetzen, so können wir nicht in das Reich Gottes eingehen und nicht Seine Kinder werden, denn dazu können nur die gezählt werden, die unverändert die Lehre Jesu werktätig ausüben und wie Er, als Beispiel der Demut und Selbstverleugnung, alle weltlichen Genüsse hinter uns lassend nur nach dem Geistigen gemäß Seinem Hauptgrundsatz: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt“ und „man kann nicht zwei Herren gleichzeitig dienen“ streben. (Jak 2,17).


Mt 5,21-22: Nicht nur wer tötet ist schuldig.

Mt 5,21-22: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: "Du sollst nicht töten; wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein." Ich aber sage euch: Wer mit seinem Bruder zürnet, der ist des Gerichts schuldig; wer aber zu seinem Bruder sagt: Racha! der ist des Rats schuldig; wer aber sagt: Du Narr! der ist des höllischen Feuers schuldig.“

Wir sollen zu unseren Geschwistern nicht einmal 'Racha' (hinterhältiger oder tückischer Mensch) sagen, denn dadurch machen wir uns schon eines Gerichtes schuldig, weil wir uns auf diese Weise über sie überheben und urteilen. Und noch weniger sollen wir einen wenn auch noch so geistig unterentwickelten Mitmenschen einen Narren schimpfen, denn wenn wir intelligenter sind als er, so sind wir das allein aus der Gnade Gottes. Es ist daher immer besser einem noch so Minderbemittelten mit Sanftmut zu begegnen und zu versuchen, ihn auf den rechten Weg zu Gott zu bringen als ihn wegen seiner Dummheit zu schimpfen (1.Joh 3,15).


Mt 5,23-24: Versöhnen vor dem Gottesdienst.

Mt 5,23-24: „Darum, wenn du deine Gabe auf dem Altar opferst und wirst allda eingedenk, dass dein Bruder etwas wider dich habe, so lass allda vor dem Altar deine Gabe und gehe zuvor hin und versöhne dich mit deinem Bruder, und alsdann komm und opfere deine Gabe.“

Keiner sollte mit einem zürnenden Herzen zum Gottesdienst gehen, sondern sich mit denen ausgesöhnt haben, mit denen er im Streit liegt, damit er Gott mit reinem Herzen preisen kann (Mt 5,23-24).


Mt 5,25-26: Versöhnen statt den Streit vor Gericht austragen.

Mt 5,25-26: „Sei willfährig deinem Widersacher bald, dieweil du noch bei ihm auf dem Wege bist, auf dass dich der Widersacher nicht dermal einst überantworte dem Richter, und der Richter überantworte dich dem Diener, und wirst in den Kerker geworfen. Ich sage dir wahrlich: Du wirst nicht von dannen herauskommen, bis du auch den letzten Heller bezahlest.“

Wenn wir uns mit irgend einem unserer Mitmenschen in Streit befinden, sollen wir ihm entgegenkommen und nach einer friedlichen Lösung suchen, damit der Streit nicht eskaliert und wir uns dabei selbst noch im Unrechttun verfangen, für das wir dann bestraft werden (Mt 18,23-35).


Mt 5,27-28: Ehebruch in Tat und Gedanken - Macht der Gedanken.

Mt 5,27-28: Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist: "Du sollst nicht ehebrechen." Ich aber sage euch: Wer ein Weib ansieht, ihrer zu begehren, der hat schon mit ihr die Ehe gebrochen in seinem Herzen.“

Geistig bricht bereits derjenige schon die Ehe, der jemanden „nur“ mit begierlichen Augen ansieht, auch wenn das Begehren nicht umgesetzt wird, sowie auch derjenige, der in Gedanken und Vorstellungen mit jemandem anderen Unzucht treibt (2.Petr 2,13-14).
An diesem Beispiel zeigt sich, dass allein schon Gedanken ein Versündigen gegen Gottes Liebesgebote sein können, denn oftmals mangelt es nur an der Gelegenheit, sie auszuführen. Daher müssen wir uns vor sündigen Gedanken in Acht nehmen und sie beherrschen lernen, denn sie sind der Same zu schlechten Taten. Wer seine Gedanken beherrscht, beherrscht auch sein Handeln und hütet sich davor, dass seine Seele durch eine unüberlegte Tat verunreinigt wird.


Mt 5,29-30: Ausreißen der Glieder.

Mt 5,29-30: Ärgert dich aber dein rechtes Auge, so reiß es aus und wirf's von dir. Es ist dir besser, dass eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde. Ärgert dich deine rechte Hand, so haue sie ab und wirf sie von dir. Es ist dir besser, dass eins deiner Glieder verderbe, und nicht der ganze Leib in die Hölle geworfen werde.“

Mit dieser Aussage hat Jesus nicht eine leibliche Verstümmelung angeraten, sondern Er will uns damit sagen, dass wir mit fester Entschlossenheit alles von uns hinweg tun sollen, was uns zum Sündigen veranlassen und sich damit zwischen Ihn und uns stellen könnte (Kol 3,5-7). Damit ist uns auch ein Rat gegeben, uns nicht von den Reizen der Welt verführen zu lassen, sondern selbstverleugnend und werktätig nach seiner Lehre zu leben (Kol 3,8-17).


Mt 5,31-32: Ehebruch, Scheidung, Wiederverheiratung - Heiligkeit der Ehe.

Mt 5,31-32: Es ist euch gesagt: „Wer sich von seinem Weibe scheidet, der soll ihr geben einen Scheidebrief." Ich aber sage euch: Wer sich von seinem Weibe scheidet (es sei denn um Ehebruch), der macht, dass sie die Ehe bricht; und wer eine Abgeschiedene freit, der bricht die Ehe.“

Die Ehe ist eine freie Einung von Mann und Frau, aus welcher eines Tages die große Einung in Jesus und mit Jesus Selbst hervorgehen soll (1.Kor 11,8-12).
Wer die Ehe bricht, bricht den vor Gott als unauflöslich gesehenen Herzensbund. Wie heilig Gott diesen Bund ansieht (Mk 10,9), zeigt sich in den Folgen eines Ehebruchs, „[…] soll des Todes sterben“ (3.Mo 20,10), „bringt sein Leben in das Verderben“ (Spr 6,32), „[…] noch die Ehebrecher werden das Reich Gottes ererben“ (1.Kor 6,9-10; Gal 5,19-21).
Wer sich von dem, der diesen heiligen Bund der Ehe bricht, scheiden lässt, ist vor Gott gerechtfertigt. Dennoch bleiben im Fall der erlaubten Ehescheidungen die Ehepartner auch weiterhin bis zum Tod eines der beiden Partner aneinander gebunden. Der Eingang einer neuen Ehe ist verboten, um aus Barmherzigkeit der/dem Geschiedenen bei entsprechender Reue und Besserung eine evtl. Umkehr und Rückkehr in die alte Ehe offen zu lassen (1.Kor 7,10-11).


Mt 5,33-37: Schwören, Ja- und Nein-sagen.

Mt 5,33-37: Ihr habt weiter gehört, dass zu den Alten gesagt ist: "Du sollst keinen falschen Eid tun und sollst Gott deinen Eid halten." Ich aber sage euch, dass ihr überhaupt nicht schwören sollt, weder bei dem Himmel, denn er ist Gottes Stuhl, noch bei der Erde, denn sie ist seiner Füße Schemel, noch bei Jerusalem,  denn sie ist des großen Königs Stadt. Auch sollst du nicht bei deinem Haupt schwören, denn du vermagst nicht ein einziges Haar schwarz oder weiß zu machen. Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein. Was darüber ist, das ist vom Übel.“

Wer ehrlichen Herzens ist, der redet immer die Wahrheit, so dass man ihm auch ohne Eid auf‘s Wort glauben kann. Ein unehrlicher Mensch aber, der eigennützig an sich denkt, wird auch trotz eines Eides die Unwahrheit sagen. Daher reicht die Rede: Ja, ja; nein, nein, denn was darüber ist, ist eine Sünde (Jak 5,12).


Mt 5,38-39: Vergeltung, Rache oder Backe hinhalten?

Mt 5,38-39: „Ihr habt gehört, dass da gesagt ist: "Auge um Auge, Zahn um Zahn." Ich aber sage euch, dass ihr nicht widerstreben sollt dem Übel; sondern, so dir jemand einen Streich gibt auf deinen rechten Backen, dem biete den andern auch dar.“

Jesus lehrt uns friedfertig zu sein. Wir sollen keinen Streit ausfechten, Böses nicht mit Bösem heimzahlen (Joh 18,22-23; 1.Petr 2,20-23). Wir sollen vergeben anstatt vergelten, diejenigen segnen, die uns fluchen. Wir sollen uns für den Frieden einsetzen und dafür ggf. auch Unrecht hinnehmen. Nur mit der Liebe können wir den Hass, mit Gutem das Böse überwinden (Rö 12,21).
Dabei soll natürlich einem äußerst boshaftem Menschen durch ein zu großes Entgegenkommen nicht noch mehr Gelegenheit eingeräumt werden, in seiner Bosheit immer schlimmer zu werden. Und wenn es dann in einem solchen Fall überhaupt keine anderen Lösungsmöglichkeiten mehr gibt, darf dann auch Hilfe, ggf. das Gericht, in Anspruch genommen werden, um dessen Bosheit Einhalt zu gebieten (Rö 13,4).
Um des Friedens willen aber sollen wir Unrecht erdulden, nicht klagesüchtig sein und ohne wirkliche Not nicht zu den Weltrichtern laufen, doch bei einem massiven Angriff haben wir auch das Recht, uns zur Gegenwehr zu setzen.


Mt 5,40-42: Bei Nötigung großzügig sein und Bitten erfüllen.

Mt 5,40-42: „Und so jemand mit dir rechten will und deinen Rock nehmen, dem lass auch den Mantel. Und so dich jemand nötigt eine Meile, so gehe mit ihm zwei.  Gib dem, der dich bittet, und wende dich nicht von dem, der dir abborgen will.“

Hier spricht Jesus von Freigiebigkeit und Großzügigkeit. Bei Streitigkeiten sollen wir lieber mehr als das Verlangte geben, damit auch für die Folge der Friede erhalten werde. Wenn uns jemand um einen Gefallen ersucht, so sollen wir ihm mit Freude noch mehr erweisen, als um was er uns gebeten hat, womit wir mehr Liebe entgegenbringen als von uns verlangt wird. Wenn jemand etwas von uns leihen will, dann sollen wir ihn nicht wegschicken, sondern wenn es uns möglich ist, ihm geben wonach er verlangt (1.Kor 6,7; Heb 10,34).


Mt 5,43-45: Umgang mit seinen Feinden.

Mt 5,43-45: Ihr habt gehört, dass gesagt ist: "Du sollst deinen Nächsten lieben und deinen Feind hassen." Ich aber sage euch: Liebet eure Feinde; segnet, die euch fluchen; tut wohl denen, die euch hassen; bittet für die, so euch beleidigen und verfolgen, auf dass ihr Kinder seid eures Vaters im Himmel; denn er lässt seine Sonne aufgehen über die Bösen und über die Guten und lässt regnen über Gerechte und Ungerechte.“

Was man aussendet, das kehrt zu einem zurück, und so erzeugt Liebe allzeit wieder Liebe, Zorn und Strafe aber wieder Zorn und Rache.
Wenn immer nur Böses mit Bösem vergolten wird, wird am Ende die Bosheit vorherrschen und der Stärkere und Mächtigere wird den Schwächeren unterdrücken, der dagegen auf Rache sinnt. Wird dagegen dem Bösen mit Gutem begegnet, so hat das Böse keinen Grund mehr noch in seiner Bosheit zu wachsen. So wie Jesus Seine Feinde in Seine Liebe mit einschloss, so sollen auch wir nach Seinem Grundsatz „Herr! Vergib ihnen, denn sie wissen nicht was sie tun“ (Lk 23,34) den uns feindlich Gesinnten mit einem verständigen Herzen begegnen, sie durch unsere Gebete segnen und ihnen Gutes tun (Rö 12,14; Rö 12,20; Apg 7,60).
Alle unsere Handlungen sollen aus Nächstenliebe geschehen, und wenn wir in brüderlicher Gemeinschaft miteinander verbunden sind, so wird Jesus mitten unter uns sein (Mt 18,20).


Mt 5,46-48: Berufung zur Kindschaft Gottes.

Mt 5,46-48:  Denn so ihr liebet, die euch lieben, was werdet ihr für Lohn haben? Tun nicht dasselbe auch die Zöllner? Und so ihr euch nur zu euren Brüdern freundlich tut, was tut ihr Sonderliches? Tun nicht die Zöllner auch also? Darum sollt ihr vollkommen sein, gleichwie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“

Wir sind dazu berufen, ebenso vollkommen zu sein wie der Vater im Himmel Selbst vollkommen ist, ansonsten wir nicht Seine Kinder werden können. Dies können wir jedoch nur durch eine genaue Haltung Seiner Gebote, ein konsequentes Handeln nach Seiner Lehre erlangen, und sollten hierfür keinerlei Mühe und Arbeit scheuen, um es zu erreichen. Und so müssen wir eben auch den ‚alten Menschen wie einen alten Rock ausziehen und dafür einen ganz neuen anziehen‘, d.h. unsere Schwächen und Leidenschaften ablegen (Kol 3,8-9, Eph 4,22, 2.Tim 3,17) und genauso werden wie Jesus: von ganzem Herzen sanftmütig, demütig und geduldig (1.Tim 6,11).








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