Achtsamkeitsübungen - Bibelverstehen - Bibelverstehen

Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü:

Christ sein im Alltag
     Leben in Gottes Gegenwart

Achtsamkeits- und Gewissensübungen - ein Mittel für ein bewussteres Leben in Gottes Gegenwart und eine Hilfe auf dem Weg zur Selbsterkenntnis

Jesus gibt uns viele Hinweise, wie wir unser Leben als Christ gestalten sollen. Die Umsetzung Seiner Lehre im täglichen Leben ist aber leider nicht immer ganz einfach. Manchmal scheint es sogar, als hätte man die Verbindung zu Ihm verloren.
Um sich Seine Gegenwart im alltäglichen Leben bewusst zu machen und wahrnehmen zu können, wo Seine Gnade im Lauf des Tages anwesend war und ob man auf diese Gnade eingegangen ist, müssen wir lernen, auf das Gute und Schlechte in unseren tagtäglichen Gedanken, Handlungen, Erlebnissen und Begegnungen zu achten. Dies ermöglicht uns nicht nur, zu einem selbstbewussterem Leben zu gelangen, sondern wir können uns auf diese Weise mehr und mehr an Jesus anbinden, Seinen Willen erfahren und erfüllen lernen.
Bei den täglichen Achtsamkeits- und Gewissensübungen geht es im Grund genommen darum, seine Gedanken, Empfindungen und Handlungen zu überprüfen, um klar und deutlich zu sehen, wohin man geführt wurde, wann man das Empfinden der Gegenwart Jesu hatte, und wo und wann man diese Verbindung verloren hat.
Hierzu kann auch das Führen eines spirituellen Tagebuchs sehr hilfreich sein, womit man sich eingehender mit sich selbst auseinandersetzen und, wenn man sich nach einer bestimmten Zeitspanne rückblickend wieder mit den festgehaltenen Punkten beschäftigt, das Wirken Jesu in seinem Leben, die eigene Entwicklung auf dem geistigen Weg sowie noch offen stehende Fragen und Probleme erkennen vermag.

Kommen wir nun zu den täglichen

Achtsamkeits- und Gewissensübungen

Morgens:
  • Entspannen.
   Sich in das Bewusstsein der Gegenwart Jesu versetzen und den Wunsch lebhaft hochkommen lassen, während des ganzen Tages im Bewusstsein Seiner Gegenwart leben zu wollen.

  • Beten.
   Im Gebet um Hilfe bitten, die Gnaden, die ich an diesem Tag angeboten bekomme, voll zu Bewusstsein kommen zu lassen wie auch um Stärkung bitten, die Lehre Jesu werktätig im Leben umsetzten zu können, um  auf diese Weise den Tag mit Ihm zu verbringen.

   Ggf. persönliche Anliegen mit einbeziehen, wie z.B. die Probleme und Sorgen, die mich gerade beschäftigen oder bestimmte Schwächen, die ich gerne ablegen möchte.


Während des Tages:
  • Immer wieder bewusst an Jesus denken.
   Darüber nicht andere Dinge vergessen oder die Arbeit unterbrechen, sondern Ihn einladen, an allem teilzuhaben, was ich tue, sage oder denke, bis ich es erreiche, alle Gedanken zu einem Gespräch mit Jesus zu machen. Diese Einübung in die Gegenwart Christi beansprucht mich zwar sehr, aber sie nimmt mir nichts von meiner Arbeit. Sie nimmt Jesus in meine Unternehmungen hinein und macht diese erfolgreicher.

   „Betet ohne Unterlass“ (1. Thess. 5,17), sagte Paulus, „lasst in allen Dingen eure Bitten im Gebet und Flehen mit Danksagung vor Gott kund werden.“ (Phil 4,6).“„Denn welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.“ (Röm 8,14).

  • Disziplin und Ausdauer entwickeln.
   Gute Vorsätze allein reichen nicht aus, und so verlangt jede Änderung einer Gewohnheit am Anfang eine wirkliche Anstrengung. Spärliche Ergebnisse zu Beginn geben nicht den geringsten Anlass für Entmutigung (ein jeder hat über einen längeren Zeitraum diese Erfahrung gemacht). So muss ich auch beständigen Druck auf meinen Willen ausüben und geduldig und vor allem beharrlich an dieser Übung festhalten.

  • Vollkommene Hingabe üben.
   Ich verliere die Gegenwart Jesu in dem Augenblick, in dem mein Wille rebelliert. Wenn ich versuche, auch nur einen entlegenen Winkel des Lebens für mich selbst oder für Böses zu behalten, und es ablehne, mich ganz von Ihm regieren zu lassen, wird dieser kleine Wurm die ganze Frucht verderben.

   Ich muss absolut aufrichtig mit mir selbst sein.


Abends:
  • Tagesereignisse sammeln.
   Den vergangenen Tag noch einmal durch den Kopf gehen lassen, die wichtigsten Ereignisse sammeln und aufschreiben:
    • Erlebnisse beim Gebet
    • bei bestimmten Gesprächen und Begegnungen
    • beim Essen
    • bei der Arbeit und
    • anderen Tätigkeiten.
    • Sich Fragen stellen.

   Als erstes sich die auf der Liste notierten Ereignisse noch einmal vergegenwärtigen, ohne dabei über sich selbst zu urteilen, starke Gefühle zu entwickeln oder nach Entschuldigungen suchen, sondern einfach wahrnehmen: Das ist die tatsächliche Substanz meines Alltaglebens.

    • Sich dabei folgende Fragen stellen:
    • Welche Bedeutung und welchen Sinn hat dieses Ereignis für mich und mein Leben?
    • Was will mir Jesus damit sagen?
    • Wie war Jesus gegenwärtig? War ich mir Seiner Gegenwart überhaupt bewusst?
    • Wozu war ich berufen? Was war meine Aufgabe?
    • Auf welche Weise war ich für Jesus oder andere mitten in diesem Augenblick gegenwärtig?
    • Habe ich nach dem Willen und der Lehre Jesu richtig gehandelt?
    • Was motivierte mich zu dieser oder jener Reaktion? War es die Liebe Jesu, die mich bewegte? Wenn sie es nicht war, was dann?
    • Wie habe ich mich dabei gefühlt?
    • In welchem Bezug steht das zu meinem übrigen Leben?

   Auf diese Weise werde ich auf die verborgene Anwesenheit Jesu in meinem Tagesverlauf aufmerksam und es wird mir bewusst, wie ich darauf einging, sie verkannte oder ihr Widerstand leistete. Und wenn ich mir diese Fragen Tag für Tag für jedes notierte Ereignis stelle, wird es mir auch möglich werden, ein Muster zu entdecken, wie ich auf Jesus und andere Menschen aufmerksam eingehe, inwieweit ich Seine Lehre auch in meinem Alltag umsetze, oder wann und wo ich immer wieder in meine Schwächen zurückfalle.

Nicht nur die Erkenntnisse, sondern auch die offen gebliebenen Fragen festhalten, und nach einem bestimmten Zeitpunkt (Woche/Monat) sich mit den aufgeschriebenen Punkten immer wieder auseinandersetzen. Dies führt zur Erkenntnis der eigenen (Lebens-)Aufgabe, das Erkennen des roten Fadens, der sich durchs eigene Leben zieht.

  • Beten.
   Sich für jedes einzelne Ereignis des Tages und Lebens bei Jesus bedanken und Ihm auch danken, dass er mitten drin und mit dabei war. Vor Jesus aussprechen, wo und wann ich in Gedanken, Worten und Taten vor Ihm, dem Nächsten und mir selbst (und der Schöpfung) versagt habe, und Jesus um Vergebung und Sein Erbarmen bitten, besonders da, wo ich festgestellt habe, dass ich mir Seiner Gegenwart nicht bewusst war oder nicht auf sie einging, weil ich zu sehr an meinem Ich festhielt.

   Auch um neue Kraft bitten, um während des nächsten Tages besser auf Jesus und meinen Nächsten einzugehen.


   Mit Gedanken an Jesus einschlafen.


Zusammenstellung 03/2010 auf der Grundlage von Marjorie Thompsons Buch: „Achtsamkeit: Vom Umgang mit der eigenen Seele“







Copyright by christlich-psychologische-beratung.com 2012
Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü